
Angesichts akuten Mangels an bezahlbarem Wohnraum macht die Landesregierung seit Jahren Jagd auf leerstehende Wohnungen, um diese dem angespannten Mietmarkt einzuverleiben. Dazu verabschiedete sie 2018 ein Gesetz, demzufolge kommerzielle Eigentümer von mehr als zehn ungenutzten Wohnungen unter bestimmten Voraussetzungen sieben Jahren zwangsenteignet werden können. Jetzt legte das balearischen Wohnungsministerium eine erste Bilanz vor, meldet die Tageszeitung Diario de Ibiza. Danach ging die Zahl dieser leerstehenden Wohnungen seit 2018 um etwa 30 Prozent zurück, und zwar von rund 1000 auf 685. Zu den 53 sogenannten kommerziellen Eigentümern gehören verschiedenen Banken, aber auch Investmentfonds.
Auf Ibiza haben die Behörden derzeit insgesamt 14 dieser Großeigentümer ausgemacht – sechs in Sant Josep, fünf in Santa Eulària und drei in Sant Antoni. Auf Grundlage des Gesetzes aus dem Jahr 2018 führte die Politik, so die Tageszeitung, seither auf Ibiza dem Mietmarkt fünf leerstehende Wohnungen zu. Für die zeitweise enteigneten Wohnungen statte die Landesregierung junge Menschen bis 35 Jahren mit einem Siebenjahresvertrag aus, sagte die verantwortliche Direktorin Cristina Ballester. Auf Mallorca geschah das in den zurückliegenden Jahren nur in drei Fällen, obwohl dort die Zahl kommerzieller Wohnungseigentümer weitaus höher liegt als auf Ibiza. Im vergangenen Oktober noch zählte das Wohnungsministerium 574 solcher ungenutzter Wohnungen auf Mallorca, 118 auf Menorca und 29 auf Ibiza.













