Presseschau Plus -
News des Tages

Illegales Wohnen

Winter im Barackencamp von Ibiza: Alltag am Rand der Stadt

  • Weitersagen:
1 (59)
Illegale Siedlung beim Messegelände | Foto: Toni P., Periódico de Ibiza y Formentera

Zwischen 300 und 400 Menschen verbringen die Wintermonate in der improvisierten Barackensiedlung nahe des Messegeländes von Ibiza. Die provisorischen Hütten aus Paletten, Planen und Brettern liegen verborgen hinter Schutt und einem unbefestigten Weg.Die meisten Behausungen verfügen weder über Wasseranschluss noch über Strom. Dennoch präge laut der Tageszeitung Periódico de Ibiza y Formentera Solidarität, gegenseitige Hilfe und die Hoffnung auf Arbeit ihren Alltag. Eine dreifarbige Fahne markiert die gemeinsame Herkunft und den Zusammenhalt.

Mehrere Bewohner berichten, dass im Winter vor allem Tätigkeiten in der Bauwirtschaft Arbeit bringen. Mohamed, den viele als eine Art „Bürgermeister“ des Lagers bezeichnen, erklärt: „Wir kommen aus der Wüste, aus den Flüchtlingslagern. Dort haben wir gelernt, uns an alles anzupassen.“ Er schätzt, dass hier zwischen 300 und 400 Menschen im Winter leben, im Sommer jedoch viel mehr. Bouadi, der seit einem Jahr im Lager ist, sagt: „Jedes Jahr bleiben mehr Menschen auch im Winter hier. In der Bauwirtschaft wird immer jemand gebraucht.“ Viele von ihnen wechseln zwischen kurzen Beschäftigungen und Phasen ohne jede Einnahme. Ein Teil lebt mit gültigen Papieren auf der Insel und sucht nach stabilen Beschäftigungsmöglichkeiten.

Das größte Problem bleibe der Zugang zu Wasser. Mohamed erklärt, dass die Jobsuche ohne Wasch- und Duschmöglichkeiten zusätzlich erschwert würde. Regen verwandele den Boden in Schlamm, Nächte seien bitterkalt, und viele Schutzvorkehrungen hielten den Witterungsbedingungen kaum stand.

Einige ehemalige Bewohner haben inzwischen Zimmer gefunden, besuchen jedoch weiterhin Freunde vor Ort. Siti, der früher selbst im Lager lebte, sagt: „Ich habe jetzt ein Zimmer von meiner Firma bekommen, aber ich komme oft zurück, um meine Freunde zu besuchen.“ Er ergänzt: „Viele arbeiten – im Sommer in der Gastronomie und im Winter auf dem Bau. Wer nicht arbeitet, sucht Arbeit.“ Andere berichten von ausbeuterischen Arbeitsbedingungen und Löhnen unter fünf Euro pro Stunde. Cherif, der seit einem Jahr dort lebt, schildert: „Du arbeitest eine Woche schwarz, sehr harte Arbeit, und dann stellen sie dich monatelang nicht wieder ein. Manche zahlen nur vier oder fünf Euro die Stunde. Und manchmal sagen sie am Ende einfach, dass sie nicht bezahlen.“

Trotz der prekären Lebenslage senden viele einen Teil ihres Verdienstes an ihre Familien im Sahara-Gebiet. Gemeinschaftssinn spielt eine zentrale Rolle: Viele betonen den respektvollen Umgang untereinander und das Bedürfnis, trotz widriger Umstände Ordnung zu halten.

Die Bewohner unterstreichen, dass niemand freiwillig an diesem Ort lebt. Die Worte eines Bewohners fassen die Situation zusammen: „Hier ist niemand aus freien Stücken; wir wären alle lieber in unserer Heimat.“

Vielfältig

Das Neueste von den Inseln

Im Winter geöffnet!

Im Winter geöffnet!

Wie? Im Winter nix los!? Wir treten den Gegenbeweis an! In unserem großen Winter-Guide im Heft inklusive hinter unserem exklusiven Winter-Guide-QR-Code, den wir stetig nachpflegen, gibt’s über 50 Tipps für… Weiterlesen

Nicht verpassen!

Mo19jan09:14Ausstellung „Kirchen von Ibiza und Formentera“ Sie ist noch bis zum 23. Januar zu sehen · Öffnungszeiten: Montag bis Freitag von 9 bis 14 Uhr und samstags von 11 bis 13:30 Uhr · Im Refektorium des Rathauses von Ibiza, Plaza d'Espanya, dalt vila

Mo19jan(jan 19)12:00So01März(März 1)20:0019. Januar bis 1. März · Patronatsfest von Santa Agnès de Corona 2026 · Die Feierlichkeiten vereinen Tradition, Volkskultur, Gastronomie und Sport, wobei die 'Festa a sa Sitja' eines der zentralen Ereignisse darstellt.

Di20jan09:00Mit über 3.000 Jahren Geschichte präsentiert sich die Stadt als wahres Freilichtmuseum, in dem jede Ecke von Dalt Vila archäologische, künstlerische und architektonische Schätze birgt. Entdecken Sie 2.600 Jahre Kulturerbe – von den am besten erhaltenen punischen Nekropolen der Welt bis hin zu den avantgardistischsten Kunstwerken des 21. Jahrhunderts – alles auf einem Radius von kaum einem Quadratkilometer innerhalb der spektakulärsten Stadtmauer des westlichen Mittelmeers. Freuen Sie sich auf ein unvergessliches Kulturerlebnis, das alle Klischees über die Weiße Insel widerlegt: Jedes Museum und jeder Kulturort erzählt eine faszinierende Geschichte, die Sie überraschen wird! Monographisches Museum und Punische Nekropole von Puig des Molins

Di20jan09:14Ausstellung „Kirchen von Ibiza und Formentera“ Sie ist noch bis zum 23. Januar zu sehen · Öffnungszeiten: Montag bis Freitag von 9 bis 14 Uhr und samstags von 11 bis 13:30 Uhr · Im Refektorium des Rathauses von Ibiza, Plaza d'Espanya, dalt vila

Di20jan(jan 20)12:00Mo02März(März 2)20:0019. Januar bis 1. März · Patronatsfest von Santa Agnès de Corona 2026 · Die Feierlichkeiten vereinen Tradition, Volkskultur, Gastronomie und Sport, wobei die 'Festa a sa Sitja' eines der zentralen Ereignisse darstellt.

Di20jan(jan 20)18:00Mo23feb(feb 23)18:00bis 5. Februar · Wendy Williams begeistert mit ihren Bildern, der dargestellten mediterranen Atmosphäre voller Farbkraft · Die Ausstellung 'Ibiza Coast and Countryside' ist zu sehen im Hotel OD Ibiza Botafoch

Ibiza Live Radio

Unser aktuelles Magazin<br />
- jetzt gleich bestellen

Unser aktuelles Magazin
- jetzt gleich bestellen



Am besten abonnieren und mit viel Unterhaltung gleichzeitig gut informiert sein.