
Der Wasserverbrauch der Kreuzfahrtschiffe im Hafen von Ibiza sorgt für Diskussionen. Laut einem Bericht der Tageszeitung Diario de Ibiza werden Schiffe dort monatlich mit rund 700.000 Litern Brunnenwasser versorgt – das entspricht dem durchschnittlichen Lebensverbrauch einer einzelnen Person über 14 Jahre.
Zwar verfügen die meisten modernen Kreuzfahrtschiffe über Anlagen, die es ihnen ermöglichen, sich zu rund 90 Prozent selbst mit Trinkwasser zu versorgen, dennoch greifen sie im Hafen auf zusätzliches Wasser zurück. Ein Schiff mit 2.000 bis 3.000 Personen an Bord benötigt im Schnitt zwischen 500 und 1.000 Tonnen Wasser pro Tag. Die in Ibiza gelieferten 175 Tonnen pro Woche reichen dafür bei weitem nicht aus, decken jedoch einen Teil des Bedarfs.
Rechnet man den monatlichen Verbrauch um, könnten diese 700 Tonnen den Wasserbedarf einer Person für 5.263 Tage (14,4 Jahre) oder den einer vierköpfigen Familie für knapp sechs Jahre decken. Grundlage dieser Berechnung ist der durchschnittliche Pro-Kopf-Verbrauch von 133 Litern pro Tag, den das Nationale Statistikinstitut angibt.
Parallel zur Wasserknappheit wächst die Zahl der Pools auf Ibiza rasant. In einem anderen Artikel der Tageszeitung wird, unter Berufung auf aktuelle Katasterdaten, berichtet, dass allein im letzten Jahr 524 neue Schwimmbecken registriert wurden – das entspricht fast 1,5 neuen Pools pro Tag und einem Zuwachs von rund 5 Prozent gegenüber 2024. Insgesamt gibt es auf der Insel nun 11.425 Pools, darunter 57 überdachte.
Seit 2022 hat sich der jährliche Zuwachs kontinuierlich verdoppelt: von 154 zusätzlichen Pools im Jahr 2023 über 330 im Jahr 2024 bis hin zu den 524 im laufenden Jahr. Damit ist die Zahl der Becken in nur drei Jahren um fast 10 Prozent gestiegen.
Die Verteilung zeigt deutliche Unterschiede: In Santa Eulària gibt es mit 4.543 Pools die meisten, gefolgt von Sant Josep (4.062) und Sant Antoni (1.487). In Vila wurden 346 Becken gezählt. Die höchste Dichte weist Sant Joan auf – hier kommt ein Pool auf nur sieben Einwohner. Auch auf Formentera nahm die Zahl zu und liegt nun bei 533, ein Plus von neun gegenüber 2024.
Die jüngste Reform des Plan Territorial Insular (PTI) setzt neue Regeln: Pools dürfen nicht mit Wasser aus privaten Brunnen befüllt werden, sondern nur mit entsalztem Wasser oder externen Zisternen. Zudem sind Kreislaufsysteme Pflicht, damit das Wasser jährlich wiederverwendet wird. Die maximale Wasserfläche wird künftig auf 35 Quadratmeter beschränkt.
Diese Entwicklung verdeutliche den Widerspruch zwischen wachsendem Freizeitluxus und der gleichzeitigen Wasserknappheit auf den Pityusen, so die Tageszeitung.










