
Die Lage rund um eine wachsende Gruppe ausgesetzter Podencos im Gemeindegebiet von Sant Josep hat nach Angaben von Freiwilligen einen kritischen Punkt erreicht. Laut Informationen der Tageszeitung Diario de Ibiza sei aus zunächst rund einem Dutzend Tieren Anfang 2023 in der Gegend von Cala Tarida inzwischen eine Meute von 40 bis 50 Hunden geworden, darunter mindestens drei säugende Hündinnen.
Freiwillige und die Tierschutzorganisation Danos una Oportunidad (DUO-Ibiza) sprechen von einer seit Jahren geforderten strukturellen Lösung. Vorgeschlagen worden seien eine ethische Einfangaktion, die Sterilisation zur Bestandskontrolle sowie Alternativen für Unterbringung und Pflege, etwa ein ausgewiesenes Gelände in Zusammenarbeit mit privaten Initiativen. Nach Darstellung der Beteiligten sei die Reaktion der Gemeinde über mehr als drei Jahre hinweg jedoch „systematisch negativ“ ausgefallen. Ehrenamtliche hätten Aufgaben übernommen, die eigentlich in die Zuständigkeit der Verwaltung fielen: Einfangen von Welpen, tierärztliche Versorgung, tägliche Fütterung und Vermittlung zur Adoption. Mehr als 9.000 Euro an privaten Mitteln seien investiert und mindestens 68 Hunde ohne institutionelle Unterstützung gerettet und weitervermittelt worden.
Nach Einschätzung der Initiativen handle es sich nicht um herrenlose Wildhunde unbekannter Herkunft, sondern mutmaßlich um im Jagdbetrieb eingesetzte Tiere, die ausgesetzt oder verloren wurden und sich mangels Kontrolle weiter vermehrt hätten. Nun plane das Rathaus von Sant Josep laut den Freiwilligen, ein externes Unternehmen mit der Einfangung aller Tiere zu beauftragen und diese per Schiff in das Tierheim Natura Parc auf Mallorca zu bringen. Tierschützer äußern Bedenken hinsichtlich der Transparenz des Verfahrens. Sie verweisen auf einen früheren Fall, bei dem ein Podenco-Paar nach Unterbringung in dem Zentrum später „verschwunden“ sei. Nach Darstellung der Helfer habe das Tierheim erklärt, die Tiere seien entlaufen; die zuständige Gemeinderätin Felicia Bocú habe den Vorfall als etwas dargestellt, das „manchmal vorkomme“.
Die Organisationen fordern deshalb ein öffentlich einsehbares Protokoll für jedes eingefangene Tier: eindeutige Identifikation, Sterilisation, Registrierung, Nachverfolgung und transparente Veröffentlichung von Adoptionen. Sie stellen die Frage, welche konkreten Garantien es gebe, damit sich frühere Unklarheiten nicht wiederholten. Parallel dazu berichten Personen, die die Hunde versorgen, von Androhungen hoher Geldstrafen von bis zu 10.000 Euro. Eine Person sei eigenen Angaben zufolge sogar verfolgt und verbal mit einer Anzeige bedroht worden. Nach Einschätzung von DUO-Ibiza bestehe die Sorge, dass die geplante Maßnahme eher darauf abziele, das Problem vor Beginn der Tourismussaison aus dem Gemeindegebiet zu entfernen, als eine nachhaltige Lösung zu schaffen. Die Initiativen kündigen an, das Verfahren genau zu beobachten.












