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Polizeiarbeit

Warum Guardia-Civil-Beamte nicht auf Ibiza arbeiten wollen

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Domingo Lamela, Generalsekretär der Vereinigung der Guardia Civil (AUGC) auf den Balearen. Quelle: Diario de Ibiza

Die Arbeitsbedingungen für Beamte der Guardia Civil auf den Balearen, insbesondere auf Ibiza, sind erschreckend. Laut einer Analyse von Domingo Lamela, dem Generalsekretär der Asociación Unificada de la Guardia Civil (eine nationale Vereinigung, AUGC) auf den Balearen, führen vor allem die Wohnungskrise und die hohe Arbeitsbelastung dazu, dass die Inseln als Einsatzort unattraktiv seien. Dies berichtet die Tageszeitung Diario de Ibiza.

Ein Hauptproblem sei der unzureichende Inselzuschlag, der bei gerade einmal 75 Euro liege und seit zwei Jahrzehnten nicht angepasst wurde. In Kombination mit extrem hohen Lebenshaltungskosten können sich viele Beamte keine angemessene Unterkunft leisten. Manche leben sogar in Wohnwagen oder teilen sich Wohnungen mit mehreren Kollegen. Lamela betont: „Ein Guardia-Civil-Anwärter in Ibiza duscht im Fitnessstudio und schläft in einem Lieferwagen.“

Die Personaldecke ist ebenfalls problematisch. Trotz einer steigenden Zahl an Straftaten im Sommer bleibt die Zahl der Beamten weit hinter der notwendigen Stärke zurück. Dies führt zu Überstunden und erhöhtem Stress. Auf den Balearen gibt es etwa 2.200 Guardia-Civil-Beamte, während Regionen wie Aragón mit einer ähnlichen Bevölkerungszahl deutlich besser ausgestattet sind.

Zusätzlich bemängelt die AUGC, dass der Lohnunterschied zu autonomen Polizeikräften wie den Mossos d’Esquadra (die Polizei von Katalonien) bei durchschnittlich 500 bis 700 Euro monatlich liege. Beamte der Balearen erhalten für Nachtschichten lediglich fünf Euro unter der Woche und zehn Euro am Wochenende – ein Umstand, der die Guardia Civil laut Lamela zu einer „Low-Cost-Polizei“ mache.

Eine Lösung könnte ein besserer Inselzuschlag oder der Zugang zu subventionierten Wohnmöglichkeiten sein. Doch die Bemühungen der AUGC, eine Veränderung zu bewirken, stoßen bisher auf taube Ohren. Lamela warnt, dass die schwierigen Arbeitsbedingungen langfristig die Qualität der Polizeiarbeit beeinträchtigen könnten.

Vor allem auf einer kleinen Insel wie Formentera sei die Lage dramatisch. Dort bewältigen 30 Beamte jährlich die Ankunft von über 1.500 Migranten, oft mit nur einer einzigen Einsatzpatrouille. Auch Ibiza leidet unter Personalengpässen, weshalb vorübergehend Beamte aus Mallorca abgestellt werden – auf eigene Kosten.

Lamela fordert nicht nur mehr Personal, sondern auch strukturelle Änderungen, um die Arbeitsbedingungen zu verbessern. „Der Charakter der Guardia Civil als militärischer Verband schränkt unsere Rechte massiv ein“, kritisiert er und fordert gleiche Bedingungen wie für die Policía Nacional.

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