
„Die Hitze wirkt sich auf Tiere genauso aus wie auf uns“, sagt Fernando Ribas von der Clínica Veterinaria Sant Jordi. Gemeinsam mit seinem Berufskollegen Santiago Yepes von Eivivet warnt er in der Tageszeitung Diario de Ibiza vor den Folgen der hohen Temperaturen für Haustiere. „Hunde schwitzen nicht wie wir, sondern regulieren ihre Körpertemperatur durch Hecheln“, erklärt Yepes. Ribas ergänzt, dass sie nur über die Pfotenballen einen kleinen Teil der Wärme abgeben können. Besonders gefährdet seien brachyzephale Rassen wie Boxer oder Bulldoggen sowie ältere und chronisch kranke Tiere. „Heute habe ich einen Hund mit Niereninsuffizienz behandelt, der bei dieser Hitze nicht genug trinkt. Dadurch verschlechtert sich seine Erkrankung zusätzlich“, schildert Ribas. Auch Tiere mit Herzproblemen oder Krebs seien im Sommer einem deutlich höheren Risiko ausgesetzt. Die beiden Tierärzte betonen, dass Vorbeugung der wichtigste Schutz ist. Spaziergänge sollten nur in den frühen Morgen- oder späten Abendstunden stattfinden. „Einen Hund mittags an die Salinen mitzunehmen und dort den Tag zu verbringen, ist Wahnsinn“, sagt Ribas. Viele Halter glaubten, ihr Hund genieße die Sonne genauso wie sie selbst – tatsächlich bringe man das Tier damit in Gefahr.
Besonders eindringlich warnen die Experten davor, Hunde im Auto zurückzulassen. „Viele sagen, sie seien nur fünf Minuten weg gewesen. Doch im Wagen steigt die Temperatur in kürzester Zeit extrem an“, erklärt Yepes. Ribas ergänzt: „Im Innenraum werden schnell 60 oder 70 Grad erreicht. Dann kann ein Hund innerhalb von zehn Minuten sterben.“ Zu den ersten Anzeichen eines Hitzschlags zählen starkes Hecheln, eine weit herausgestreckte Zunge, Gleichgewichtsstörungen und später sogar Krampfanfälle. Betroffene Tiere sollten sofort mit frischem, aber niemals eiskaltem Wasser gekühlt und anschließend umgehend zum Tierarzt gebracht werden. „Das Problem ist nicht nur der Hitzschlag selbst, sondern das, was danach kommt“, warnt Ribas. Innerhalb von 24 bis 48 Stunden könnten schwere Schäden an Herz, Leber oder Nieren auftreten, die im schlimmsten Fall zum Tod des Tieres führen.











