
In einer auf 30 Stundenkilometer begrenzten Straße in Ibiza sorgt ein bislang wenig beachteter Blitzer für Diskussionen. Wie die Zeitung Diario de Ibiza berichtet, wurde nun eine der ersten Strafen verhängt – betroffen ist die Calle Corona im Bereich Can Misses.
Eine Autofahrerin erhielt im November einen Bußgeldbescheid wegen Geschwindigkeitsüberschreitung. Ihrer Darstellung zufolge handelt es sich um einen besonders sensiblen Abschnitt, da die Straße bergab führt und es schwierig sei, die Geschwindigkeit konstant zu halten. Wer den Radar kenne, fahre angepasst, andere hingegen deutlich schneller. Immer wieder werde dann gehupt – was außerhalb von Notfällen unzulässig ist. Nach Erhalt des Bescheids habe sie im Einzugsbüro von Vila nachgefragt, mit welcher Geschwindigkeit sie gemessen worden sei. Dort sei ihr mitgeteilt worden, es seien 33 km/h gewesen. Die Stadtverwaltung widerspricht dieser Darstellung und erklärt, das Fahrzeug sei mit 51 km/h erfasst worden. Ein Foto werde dem Bescheid grundsätzlich nicht beigefügt, sondern nur auf ausdrückliche Anfrage herausgegeben.
Die Stadt betont, der Radar sei aufgrund zuvor festgestellter erhöhter Fahrgeschwindigkeiten installiert worden. In unmittelbarer Nähe befinden sich zwei Schulen sowie das Hospital Can Misses. Ein rein einnahmeorientierter Zweck werde zurückgewiesen. Ab welcher konkreten Geschwindigkeit der Blitzer auslöst, teilte die Verwaltung nicht mit. Auch zur Anzahl der bislang verhängten Strafen gibt es keine Angaben. Die Einführung von Tempo‑30‑Zonen in weiten Teilen der Stadt ist eine vergleichsweise neue Maßnahme. Seit dem 17. Januar 2025 gilt die Regelung im Rahmen einer Strategie zur Verbesserung der Verkehrssicherheit, insbesondere in sensiblen Bereichen.
In der Calle Corona bestanden bereits zuvor Bodenschwellen zur Temporeduzierung. Mit dem installierten Radar kam nun ein weiteres Kontrollinstrument hinzu, insbesondere in Fahrtrichtung bergab – mutmaßlich als zusätzliche Abschreckung vor dem Schulbereich.
Neben diesem Standort wurden im Stadtgebiet weitere neue Radarstationen eingerichtet. Auf der Avenida de Sant Josep de sa Talaia, zwischen den Kreisverkehren ses Figueretes und Guardia Civil, sind zwei Geräte auf Höhe der Calle Portinatx und der Calle des Figueral in beiden Fahrtrichtungen in Betrieb.












