
Seit April lagert ein Leichnam unbeerdigt in der Gerichtsmedizin von Ibiza. Die Tageszeitung Periódico de Ibiza y Formentera berichtet, dass der Verstorbene im Krankenhaus Can Misses gestorben sei und bisher keine Familie oder enge Freunde ausfindig gemacht werden konnten.
Laut Angaben der Stadtverwaltung von Santa Eulària konnte die Ortspolizei zumindest feststellen, dass der Mann in Sant Carles gelebt hatte. Es wurde auch Kontakt zu einer Person aufgenommen, die in der Vergangenheit mit ihm in Verbindung stand. Doch bislang führen alle Spuren ins Leere.
Das Amt für soziale Angelegenheiten hat nun einen Gesprächstermin mit diesem Bekannten angesetzt, um herauszufinden, ob es doch noch Verwandte oder nahestehende Personen gibt, die die Verantwortung für die Bestattung übernehmen möchten. Erst wenn dies ausgeschlossen ist, könne ein Sozialbegräbnis veranlasst werden.
Wie die Stadt mitteilt, wird in solchen Fällen zunächst über Krankenhäuser, Bestatter, Gerichte und Konsulate recherchiert, ob es direkte Familienangehörige gibt – etwa Eltern, Kinder oder Ehepartner. Falls solche gefunden werden, wird deren soziale und wirtschaftliche Lage genau geprüft. Nur wenn sie nachweislich nicht in der Lage sind, die Kosten zu tragen, springt die öffentliche Hand ein.
Wie unterschiedlich langwierig solche Prüfungen sein können, hänge stark vom Einzelfall ab, so das Rathaus weiter. Allein im laufenden Jahr hat Santa Eulària bereits drei Begräbnisse auf Staatskosten übernommen – ebenso viele wie im gesamten Jahr 2024. Die Kosten belaufen sich dabei auf 1.297 Euro für eine Beerdigung, bei einer Einäscherung sogar auf 1.666,55 Euro.












