
Die Lokalpolizei von Sant Josep hat am Dienstagmorgen eine mutmaßlich illegale Party in der als Casa Paola bekannten Luxusvilla bei Es Cubells aufgelöst. Nach Angaben der Gemeinde hatten sich dort mehr als 250 Gäste versammelt, während über 100 weitere Personen vor dem Anwesen auf Einlass warteten. Die Veranstaltung verfügte offenbar nicht über die erforderliche Genehmigung. Die Anreise war über zwei sogenannte Treffpunkte in der Nähe der Schule CEIP L’Urgell und am Kilometer sieben der Straße nach Sant Josep organisiert worden. Seit den frühen Morgenstunden fuhren zahlreiche schwarze Kleinbusse, Luxusautos und Fahrzeuge mit ausländischen Kennzeichen in Richtung der Villa. Um einen Verkehrskollaps zu verhindern, sperrte die Polizei die Zufahrt und untersagte weiteren Personen den Zugang zum Anwesen.
Nach Informationen der Tageszeitung Periódico de Ibiza y Formentera verfügte die Veranstaltung über professionelle Musikanlagen, eine Zugangskontrolle, einen privaten Sicherheitsdienst und eigenes Animationspersonal. Die Musik wurde gestoppt und das Gelände mit Unterstützung der Sicherheitskräfte des Veranstalters geräumt. Die Polizei nahm mehrere Anzeigen wegen einer nicht genehmigten Veranstaltung und der Störung des Zusammenlebens auf. Außerdem wurde ein Autofahrer angezeigt, der bei einem Drogentest positiv reagierte.
Einer der nach eigenen Angaben sieben Veranstalter erklärte, bei der Feier habe es sich um den Geburtstag eines wohlhabenden Freundes gehandelt. Die meisten Mitglieder der Gruppe lebten demnach in New York, Frankreich und Dubai und seien im Veranstaltungsgeschäft tätig. Die Villa habe 7.000 Euro pro Nacht gekostet. Für einen Auftritt von 9.30 bis 12 Uhr seien dem DJ 25.000 Euro zugesagt worden. „Wir hatten Franky Rizardo von 9.30 bis 12 Uhr als DJ gebucht. Er hat uns 25.000 Euro gekostet, die wir nun nicht mehr zurückbekommen“, erklärte der Veranstalter. Außerdem behauptete er, gegen 7 Uhr von einem Polizisten geschlagen worden zu sein. Eine unabhängige Bestätigung für diesen Vorwurf liegt bislang nicht vor. Er beklagte die finanziellen Verluste und erklärte, unter den Gästen hätten sich Models sowie bekannte italienische Rapper befunden.
Anmerkung der Redaktion Die Tageszeitung nennt den Künstler im spanischen Original zweimal „Franky Ricardo“. Sehr wahrscheinlich ist damit der international bekannte niederländische House-DJ Franky Rizardo gemeint; zweifelsfrei bestätigt ist diese Korrektur jedoch nicht.











