
Erstmals wurde in den Gewässern der Balearen eine bislang unbekannte Haiart nachgewiesen. Laut der Tageszeitung Diario de Ibiza handelt es sich um den Boquidulce-Hai, der in sehr tiefen Meereszonen lebt, bis zu fünf Meter lang werden kann und nun im Meeresgebiet rund um Cabrera gesichtet wurde.
Das Ergebnis stammt aus einer zweijährigen Studie über Haie und Rochen im Nationalpark Cabrera, die vom balearischen Umweltministerium gemeinsam mit den Organisationen Shark Med und Save the Med Foundation durchgeführt wurde. Ziel war es, die Bewegungsmuster und Lebensräume dieser Arten zu erforschen und ihre Bedeutung für das maritime Ökosystem zu verstehen.
Der wissenschaftliche Leiter von Shark Med, Dr. Eric Clua, erklärte, dass durch neue, umweltfreundliche Technologien – darunter unterwasserbasierte Videoaufnahmen, DNA-Analysen und Satellitenüberwachung – exakte Daten gewonnen werden konnten, ohne das Verhalten der Tiere zu stören. Insgesamt wurden über 3.500 Stunden Filmmaterial ausgewertet, in denen zwölf Rochen- und fünf Haiarten identifiziert wurden.
Unter den dokumentierten Arten befanden sich zum ersten Mal lebende Exemplare des Boquidulce-Hais in balearischen Gewässern. Weitere häufige Arten im Cabrera-Park waren Pintarroja, Raya Noruega, Pastinaca und Adlerrochen.
Die Forscher stellten zudem eine geringe Präsenz großer Haiarten fest. Die meisten Funde betrafen Blauhaie, während andere Arten nur vereinzelt auftauchten. Besonders bemerkenswert war die Aufnahme der seltenen weißen Rochen, die im Mittelmeer als vom Aussterben bedroht gelten.
Der Meeresbiologe Gabriel Morey, wissenschaftlicher Leiter von Save the Med, betonte: „Die gewonnenen Daten zeigen, wie dringend es ist, die Schutzmaßnahmen zu verstärken, um die Erhaltung dieser Arten und die Gesundheit des Meeresökosystems langfristig zu sichern.“
Das Projekt wurde vom balearischen Umweltministerium mit EU-Mitteln finanziert und soll in einer zweiten Phase erweitert werden, um zusätzliche Gebiete zu erforschen und die Datengrundlage über Haie und Rochen im Mittelmeer weiter zu vertiefen.














