
Bei einer groß angelegten internationalen Polizeiaktion ist ein mutmaßlicher Drogenring zerschlagen worden, der Gewinne aus dem Kokainhandel unter anderem über Luxusimmobilien auf Ibiza gewaschen haben soll. Insgesamt wurden 27 Personen festgenommen, davon vier auf Ibiza. Bei 38 Durchsuchungen in Spanien und der Dominikanischen Republik beschlagnahmten die Ermittler unter anderem Luxusfahrzeuge, Boote, Waffen, Bargeld und Kryptowährungen, wie die Tageszeitung Periódico de Ibiza y Formentera berichtet. Die gemeinsame Polizeiaktion wurde von Europol koordiniert.
Die Ermittlungen hatten bereits im September 2023 begonnen. Durch die Auswertung verschlüsselter Kommunikationsplattformen stießen die Behörden auf ein Netzwerk, das Drogen nach Europa transportiert haben soll. Die Ermittler bringen die Organisation unter anderem mit vier Kokainbeschlagnahmungen in Panama in Verbindung, bei denen insgesamt mehr als 1.500 Kilogramm Kokain sichergestellt wurden. Nach Angaben der Polizei hatte das Netzwerk bereits 2020 und 2021 Routen für den Import von Kokain aus Kolumbien und Panama über Schiffscontainer aufgebaut.
Im Verlauf der Ermittlungen entdeckten die Behörden ein Firmengeflecht, über das die Gewinne aus dem Drogenhandel in den Immobilienmarkt geflossen sein sollen. Besonders aktiv war die Organisation demnach auf Ibiza sowie in Marbella und Madrid. Über verschiedene Gesellschaften wurden Millionenbeträge in Immobilienprojekte sowie ganze Wohnanlagen und Luxusvillen investiert. Damit sollten nach Darstellung der Ermittler die tatsächlichen Eigentumsverhältnisse verschleiert und Drogengelder gewaschen werden.
Das System wurde offenbar nicht nur für die eigenen Einnahmen genutzt. Die Organisation soll ihre Firmenstruktur auch anderen kriminellen Gruppen zur Verfügung gestellt haben, damit diese ebenfalls illegal erwirtschaftetes Geld in Immobilien und andere Vermögenswerte investieren konnten. Die Ermittler sprechen dabei von einem Dienstleistungsmodell für kriminelle Organisationen. Einnahmen entstanden damit sowohl aus dem Kokainhandel als auch durch Provisionen für Geldwäsche im Auftrag anderer Gruppen.
Allein auf Ibiza fanden acht Durchsuchungen statt. Insgesamt wurden 40 hochwertige Fahrzeuge, zwei Boote und sechs Schusswaffen beschlagnahmt, darunter nach Polizeiangaben auch eine Kriegswaffe. Die Behörden stellten außerdem 271.521 Euro, 76.425 Dirham aus den Vereinigten Arabischen Emiraten und 1.175 US-Dollar in bar sicher. Zusätzlich wurden Krypto-Vermögenswerte im Wert von mehr als 1,3 Millionen USDT blockiert.
Auch umfangreiche Immobilien- und Sachwerte wurden gesperrt. Nach Angaben der Ermittler betrifft dies 200 bewegliche Güter und 95 Immobilien, die mit den Beschuldigten in Verbindung stehen. Für 70 Immobilien und 16 Luxusvillen wurde zudem ein Veräußerungsverbot verhängt. Einer der mutmaßlichen Hauptverantwortlichen wurde in einer Luxusvilla in der Dominikanischen Republik festgenommen.
Die Ermittlungen sind noch nicht abgeschlossen. Nach Angaben der Polizei wurden fünf internationale Haftbefehle beantragt. Weitere Maßnahmen und Festnahmen werden deshalb nicht ausgeschlossen.











