
Ein Hai ist am frühen Montagmorgen im Hafen von Ibiza gesichtet worden. Die ungewöhnliche Erscheinung des großen Raubfisches versetzte zahlreiche Passanten im Bereich von es Botafoc in Staunen. Viele zückten spontan ihre Mobiltelefone, um das Tier zu filmen, so die Tageszeitung Periódico de Ibiza y Formentera. „Er dürfte sich wegen des schlechten Wetters verirrt haben“, vermutete eine der anwesenden Personen. Tatsächlich ist es nicht üblich, Haie in den Häfen der Pityusen anzutreffen. Auf den Aufnahmen ist zu sehen, wie der Hai zwischen den Stegen hin‑ und herschwimmt. Dabei fällt eine kleine Verletzung im oberen Bereich seiner ersten Rückenflosse auf. „Es sieht so aus, als sei er gebissen worden“, kommentieren einige Beobachter.
Haie gehören zu den ältesten Tierarten der Erde: Mehr als 465 verschiedene Arten sind bekannt, ihre Existenz ist seit über 450 Millionen Jahren dokumentiert. Als Spitzenprädatoren erfüllen sie eine zentrale Rolle im Ökosystem, da sie die Bestände anderer Arten regulieren, wie das Magazin National Geographic erläutert. Zur zunehmenden Nähe dieser Tiere zu Städten verweist das Magazin auf eine Studie von Wissenschaftlern der Rosenstiel School of Marine and Atmospheric Science der Universität Miami. Untersucht wurde das Verhalten von drei Haiarten – Bullenhai, Ammenhai und Hammerhai. Das Ergebnis: Die Tiere gewöhnen sich zunehmend an die menschliche Präsenz. Den Forschern zufolge ähneln die beobachteten Verhaltensmuster jenen von Landtieren, die sich an urbane Räume angepasst haben. „Sie schienen der Aktivität in Küstenbereichen keineswegs auszuweichen, im Gegenteil: Sie zeigten Interesse an menschlichen Aktivitäten“, fasst National Geographic die Studienergebnisse zusammen. In diesem Zusammenhang wird erklärt, dass Haie sich den Küsten nähern, unter anderem angelockt durch den Geruch von Fischresten, die von Fischern in Hafennähe entsorgt werden.












