
Nach einer riskanten Verfolgung auf dem Meer haben Einsatzkräfte auf Ibiza zwei mutmaßliche Schleuser festgenommen. Die Männer sollen ein überfülltes Flüchtlingsboot mit insgesamt 19 Migranten von der algerischen Küste nach Formentera gesteuert haben. Laut Informationen der Tageszeitung Periódico de Ibiza y Formentera entdeckten Einheiten der Guardia Civil das Boot nahe der Küste von Formentera und forderten die Besatzung mehrfach zum Anhalten auf. Die Täter jedoch flüchteten mit hoher Geschwindigkeit, wobei das Boot durch die starken Schläge auf dem Wasser erheblich instabil wurde. Die Insassen hielten sich fest, um nicht über Bord zu gehen – eine Situation mit erheblichem Risiko für Leib und Leben. Während der Verfolgung bemerkten die Beamten, dass sich auch ein Kind an Bord befand. Daraufhin reduzierten sie die Geschwindigkeit und verfolgten das Boot bis zum Anlegepunkt bei Punta de ses Pesqueres. Dort verließen die Passagiere das Boot und versuchten zu fliehen, wobei sie ihre Kleidung ablegten, um eine Identifizierung zu erschweren.
Das Boot war rund sechs Meter lang und mit einem 100-PS-Motor ausgestattet – typisch für sogenannte „Patera-Taxis“, die für Mehrfachfahrten zwischen Algerien und den Balearen genutzt werden. An Bord befanden sich elf erwachsene Männer, eine Frau mit Kind sowie sechs unbegleitete Minderjährige. Nach Ermittlungen konnten schließlich zwei mutmaßliche Schleuser identifiziert und festgenommen werden. Einer von ihnen war bereits zuvor unter falscher Identität nach Spanien eingereist. Beide wurden einem Richter vorgeführt, der Untersuchungshaft anordnete.
Die Behörden gehen davon aus, dass die kriminellen Netzwerke mit solchen Überfahrten hohe Gewinne erzielen. Im vorliegenden Fall könnten Einnahmen von rund 85.000 Euro erzielt worden sein. Die schnelle Reaktion der Einsatzkräfte habe jedoch verhindert, dass die Täter erneut in See stechen konnten.















