
Auf dem Flughafen von Ibiza arbeiten zehn speziell ausgebildete Vögel: drei Adler und sieben Falken. Ihr Einsatz ist Teil des externen Faunakontrolldienstes, den die Firma Nova Falcons betreibt. Wie die Tageszeitung Diario de Ibiza berichtet, sorgen die Vögel dafür, dass andere Tiere den Flugzeugen nicht gefährlich werden.
Die Harris-Adler gelten als ideale Einsteiger in die Falknerei, da sie anpassungsfähiger sind als Falken. Letztere benötigen hingegen viel Erfahrung im Umgang, erklärt der Techniker Borja Pérez. „Keiner dieser Vögel ist ein Haustier“, betont er. Mit Geduld und Training lassen sie sich an den Menschen gewöhnen – mehr aber nicht.
Die sieben Falken in der „Halconera“, darunter Wanderfalken, ein Gerfalke und Hybriden, sollen keine Beute machen, sondern vor allem durch ihre Präsenz abschrecken. So halten sie Möwen, Turmfalken oder Zugvögel von den Start- und Landebahnen fern.
Für das Training werden auch akustische Signale, Licht, Fallen und sogar Pyrotechnik eingesetzt, natürlich stets mit Vorsicht. Denn die Tiere lernen schnell: Wird immer dieselbe Methode anwendet, verliert sie an Wirkung.
Die Vögel patrouillieren täglich mit GPS-Sendern auf drei Kilometern Fläche. Ihre Arbeit richtet sich nach Jahreszeit und Temperaturen, da sie – wie Menschen – in der Hitze schneller ermüden. Obwohl sie majestätisch wirken, sind sie empfindlich: Schon falsches Futter oder ein Unfall können lebensbedrohlich sein.
Seit 2019 kam es zu keinen schweren Vorfällen, doch kleinere Zwischenfälle gibt es regelmäßig. So zerbrach einmal eine Schwalbe die Landelichtlampe eines Propellerflugzeugs.
Das Ziel bleibt klar: Den Luftraum frei von störenden Arten zu halten – ohne Tiere zu töten. Schließlich, so Pérez, seien es die Menschen, die den natürlichen Lebensraum der Vögel in Beschlag genommen hätten.
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