
In Sant Josep sorgen neue, eigentlich illegale Verkehrsschilder für Aufmerksamkeit. Die Tageszeitung Diario de Ibiza berichtet, dass der Gemeinderat in Cala de Bou rund 20 Schilder mit einer ungewöhnlichen Angabe aufgestellt hat: 29 km/h. Ziel ist es, die Aufmerksamkeit der Verkehrsteilnehmer zu erhöhen und das Bewusstsein für den bestehenden Tempo-30-Bereich zu stärken.
Die Gemeinde erklärt, dass der gesetzliche Grenzwert unverändert bei 30 km/h liegt. Die Zahl 29 habe rein symbolischen Charakter und solle dazu führen, dass Fahrer die Schilder überhaupt erst wahrnehmen. Man wolle die Sicherheit auf dieser als gefährlich bekannten Strecke erhöhen.
Einige Anwohner äußern jedoch Kritik. Die Schilder seien nicht gesetzeskonform, könnten zu Verwirrung führen und seien nicht im Verkehrskatalog der DGT vorgesehen, der nur runde Zahlen wie 20, 30 oder 40 km/h zulässt.
Die Diskussion fällt in eine angespannte Zeit: Cala de Bou war in diesem Jahr Schauplatz mehrerer schwerer Unfälle, darunter zwei tödliche. Im Mai wurde ein 62-jähriger Tourist von einem betrunkenen Fahrer erfasst. Im September kam eine Frau ums Leben, nachdem ein unter Drogeneinfluss stehender Fahrer drei Fußgängerinnen angefahren hatte.
Trotz des rechtlich fragwürdigen Vorgehens hält die Gemeinde an der Maßnahme fest – mit der Begründung, jede Form von zusätzlicher Aufmerksamkeit könne helfen, weitere Tragödien zu verhindern.














