
Sechs Jahre nach dem Verschwinden des jungen Briten Ben Garland ist sein Schicksal weiterhin ungeklärt. Die Tageszeitung Diario de Ibiza erinnert an den Fall, der sich am 21. Januar 2020 während des schweren Sturms Gloriaereignete und Ibiza mehrere Tage in Atem hielt.
Benjamin Garland, damals 24 Jahre alt, hielt sich beruflich auf der Insel auf und war Mitglied der Crew eines Schiffes, das im Hafen von Ibiza lag. An jenem Tag fuhr er mit einem Motorrad in den Norden der Insel, in die Gegend von Portinatx, wo er mehrere Videoaufnahmen machte und später in sozialen Netzwerken veröffentlichte. Zeitgleich erreichte die Unwetterlage auf den Balearen ihren Höhepunkt, mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 110 Kilometern pro Stunde. Als Garland nicht zurückkehrte und telefonisch nicht erreichbar war, alarmierte der Kapitän des Schiffes den Notruf 112. Mithilfe der veröffentlichten Videos konnte das Suchgebiet eingegrenzt werden. In Küstennähe wurde sein Motorrad, eine Harley-Davidson Sportster mit 1200 Kubikzentimetern Hubraum, abgestellt am Meer, gefunden. Die Umstände des Verschwindens sowie ein früherer Todesfall an der Küste der Cala de Sant Vicent führten zu der Annahme, dass der junge Mann beim Filmen nahe der Felsküste von einer Welle erfasst und ins Meer gerissen worden sein könnte. Am folgenden Tag entdeckte ein Schiff der Seenotrettung rund 300 Meter vor der Küste, nahe sa Punta des Gat, die Jacke des Vermissten. Wenige Tage später reiste die Familie aus Großbritannien nach Ibiza an. Der Vater, Mark Garland, äußerte damals bereits geringe Hoffnung, seinen Sohn lebend wiederzufinden. Nach vier Tagen intensiver Suche suchten er und seine beiden weiteren Kinder die Felsen auf, an denen Ben zuletzt gefilmt hatte, um persönliche Gegenstände zu finden. Dabei wurde die Armbanduhr des jungen Mannes mit gerissenem Armband entdeckt – direkt unterhalb des letzten bekannten Aufnahmeortes. Sechs Jahre nach jenem Tag erinnert die Organisation SOS Desaparecidos daran, dass der Fall weiterhin offen ist. Ben Garland war etwa 1,70 Meter groß, wog rund 70 Kilogramm, hatte kurzes, dunkles, leicht gewelltes Haar und grüne Augen. Nach den geltenden Verfahren gilt eine Person erst dann nicht mehr als vermisst, wenn zehn Jahre vergangen sind oder der Körper gefunden wird.











