
Manche Schließungen sind mehr als ein heruntergelassenes Gitter oder ein Schild mit der Aufschrift „zu vermieten“. Sie hinterlassen eine Lücke im Alltag und in der Erinnerung. Die Tageszeitung Diario de Ibiza hat ihre Leser gefragt, welche verschwundenen Geschäfte, Lokale und Orte sie auf Ibiza besonders vermissen. Die Antworten zeigen nicht nur Nostalgie für einzelne Adressen, sondern auch die Sehnsucht nach einer Insel, die viele mit mehr Nähe, weniger Luxusdruck und mehr Gemeinschaft verbinden. Besonders häufig genannt wurde die Librería Vara de Rey, die frühere Buchhandlung im Herzen von Vila. Für viele war sie ein fester Treffpunkt im Stadtbild, ein Ort zum Stöbern, Suchen und Wiederkommen. Auch die Pastelería Los Andenes gehört zu den meistvermissten Namen. Ihre Schließung steht für viele Leser für den Verlust jener kleinen Rituale, die früher zum Alltag gehörten: ein süßes Gebäck, ein kurzer Halt, ein vertrauter Geruch.
In der Nachtkultur ist Space der große Name der verlorenen Ibiza-Erinnerung. Die frühere Diskothek in Platja d’en Bossa wird von vielen Lesern als Symbol einer anderen Clubzeit genannt. Besonders die Terrasse steht für ein Lebensgefühl, das viele mit Freiheit, Offenheit und einer weniger exklusiven Form des Feierns verbinden. Neben Space werden auch Bora Bora, Ku, Glory’s, Ánfora, Underground und KM5 erwähnt – Namen, die für viele zur musikalischen Geschichte der Insel gehören.
Sehr präsent ist auch die kulinarische Erinnerung. Comidas San Juan, Can Costa, Bon Profit, Can Noguera, Can Terra, das frühere Montesol. Besonders oft fällt auch der Name des chinesischen Restaurants Nanking, das nach seiner Schließung eine treue Kundschaft mit viel Wehmut zurückließ. Auch die alten Kinos Serra und Cartago tauchen in den Erinnerungen immer wieder auf. Und die Liste reicht weit über Vila hinaus. Leser erinnern an Aguamar und Aqualandia, an alte Bäckereien, Kioske, Cafés, Bars, Wasserparks und einfache Chiringuitos mit Plastikstühlen und Sonnenschirmen. Gerade diese scheinbar unspektakulären Orte stehen in den Kommentaren für eine Normalität, die viele vermissen. Sie erzählen von Familienausflügen, spontanen Treffen, bezahlbaren Preisen und einer Leichtigkeit, die für viele zum alten Ibiza gehörte.
Auffällig ist, dass viele Leser nicht bei einem einzelnen Geschäft stehen bleiben. Aus der Erinnerung an eine Buchhandlung, ein Kino oder ein Restaurant wird schnell eine grundsätzliche Klage über den Wandel der Insel. Genannt werden Fünf-Sterne-Hotels, Luxuskonzepte, hohe Preise, teure Parkplätze und Beachclubs, die nach Ansicht vieler die frühere Mischung verdrängt haben. In den Kommentaren entsteht so das Bild einer Insel, deren Seele sich verändert hat. Jeder Name steht für ein Stück persönlicher Biografie: Kindheit, erste Kinobesuche, Nachmittage in der Stadt, Nächte auf der Tanzfläche, Familienessen oder Spaziergänge durch Vila. Was die Leser vermissen, ist deshalb nicht nur ein geschlossenes Lokal, sondern ein früheres Gefühl von Zugehörigkeit. Die Rollläden vieler Orte sind längst unten, doch die Erinnerung an sie bleibt offen, so die Tageszeitung.
Die Tageszeitung stellt —-> HIER<—- eine Bildergalerie mit vielen der genannten Orte zur Verfügung












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