
Physisch auf Ibiza und Formentera, mit den Gedanken in Venezuela: So erlebten viele Venezolanerinnen und Venezolaner auf den Pityusen die Nachrichten aus ihrer Heimat, so die Tageszeitung Diario de Ibiza. Sie verfolgen die Meldungen über die US‑Angriffe auf ihr Heimatland mit einer Mischung aus Hoffnung, Erleichterung, aber auch Sorge. Viele der Befragten sehen in der militärischen Intervention die mögliche Chance auf das Ende der seit Jahren bestehenden Diktatur, die für viele von ihnen der Grund war, ihr Land zu verlassen. Gleichzeitig herrscht große Unsicherheit darüber, wie sich die Lage weiterentwickeln wird und ob ein echter politischer Wandel bevorsteht.
Der 32‑jährige Arzt Nelson H. Peralta, der seit 2023 auf Ibiza lebt, spricht von einem möglichen Wendepunkt, warnt aber vor zu frühen Erwartungen. Zwar habe ihn die Nachricht zunächst alarmiert, doch die Erleichterung überwog, als er erfahren habe, dass Familie und Freunde in Venezuela in Sicherheit seien.
Auch Luis Omar Ramírez, der seit vier Jahren auf Ibiza lebt, beschreibt „gemischte Gefühle“: Freude über die mögliche Veränderung, aber auch Angst vor Chaos und Vergeltung. Für ihn markiert die Offensive dennoch einen Punkt ohne Rückkehr. Eine Rückkehr nach Venezuela schließt er kurzfristig aus – der Wiederaufbau werde Jahre dauern.
Skeptischer äußert sich Jonathan Hidalgo, der saisonal in Ibiza arbeitet. Er warnt davor, dass ein Machtwechsel an der Spitze nicht zwangsläufig das Ende des Systems bedeute. Die Angst vor Repressionen gegen die Opposition sei weiterhin groß.
Andere Venezolanerinnen auf Ibiza unterstützen die Intervention offen, sehen sie jedoch als langfristigen Prozess. Ein rascher Wandel sei unrealistisch, da sich nicht nur politische Strukturen, sondern auch gesellschaftliche Denkweisen ändern müssten. Trotz aller Unsicherheit überwiege bei vielen die symbolische Hoffnung. In kleinen privaten Runden wurde gefeiert, aus dem Wunsch heraus, dass Venezuela eines Tages wieder frei sein könnte. Auch die Regierung der Balearen äußerte sich vorsichtig. In einer Stellungnahme erklärte Präsidentin Marga Prohens, man verfolge die Entwicklungen aufmerksam und stehe den Venezolanern auf den Inseln zur Seite. Der Wunsch nach einem Ende der Diktatur und einem demokratischen Übergang werde geteilt, so Prohens laut Europa Press.














