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Jugendschutz

Vapen ist auf den Balearen schon bei Kindern unter 10 Jahren „normal“

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Junge Leute mit E-Zigaretten. / Foto: Carlos Arjones, Diario de Ibiza

Der Konsum von E‑Zigaretten hat sich auf den Balearen in alarmierendem Tempo ausgeweitet und betrifft inzwischen sogar Kinder unter zehn Jahren. Laut Inoformationen der Tageszeitung Diario de Ibiza sei die Situation regelrecht außer Kontrolle. Neben dem steigenden Konsum wird zunehmend auch ein Weiterverkauf und Handel unter Minderjährigen festgestellt. Nach Angaben des Koordinators des Programms, Rafel Covas, kaufen viele Kinder und Jugendliche die Vape‑Produkte über das Internet, bezahlen mit Bankkarten und verkaufen sie anschließend untereinander weiter. Die Entwicklung gehe weit über gelegentlichen Konsum hinaus und habe inzwischen Strukturen eines illegalen Handels angenommen.

Diese Einschätzung stützt sich auf die aktuelle Jahresbilanz des Programms Policía Tutor für das Schuljahr 2024/2025, die am Montag in Palma vorgestellt wurde. „Das eigentliche Problem ist heute nicht mehr der klassische Tabakkonsum, sondern das Vapen“, betonte Covas. Der Konsum finde häufig in Schultoiletten oder auf öffentlichen Plätzen statt, ohne dass die Jugendlichen große Hemmungen hätten, dabei gesehen zu werden. Die große Auswahl an Geschmacksrichtungen und Geräten lasse E‑Zigaretten für Kinder wie ein Spielzeug erscheinen, verbunden mit der weit verbreiteten Fehleinschätzung, dass sie harmlos seien. Besonders besorgniserregend sei der Konsum bei sehr jungen Kindern. Dass bereits Minderjährige unter zehn Jahren zu Vape‑Produkten greifen, bezeichnete Covas als extrem problematisch, da Kinder in diesem Alter besonders leicht beeinflussbar seien und die gesundheitlichen Risiken kaum einschätzen könnten. Viele konsumierten die Geräte „fast wie eine Süßigkeit“. Angesichts dieser Entwicklung fordern Covas und der balearische Generaldirektor für Notfälle und Inneres, Pablo Gárriz, eine deutlich strengere gesetzliche Regelung und ein einheitliches Vorgehen auf nationaler Ebene, da der Markt bislang nur unzureichend reguliert sei. Parallel dazu setzt die Balearen-Regierung verstärkt auf Präventions- und Aufklärungskampagnen, die sich nicht nur an Jugendliche, sondern auch an Eltern richten sollen. Entsprechende Informationsveranstaltungen haben bereits auf Ibiza begonnen und sollen auf Mallorca ausgeweitet werden. Während der Drogenkonsum innerhalb von Schulen laut Bericht um 24 Prozent zurückgegangen ist, hat sich der Konsum von Vape‑Produkten und Tabak auf Schulgeländen nahezu verdoppelt. Außerhalb der Schulen nahm der Konsum oder Besitz von Drogen zu. Besonders der Konsum von Cannabis sei unter Jugendlichen inzwischen weitgehend normalisiert, erklärte Covas  – eine Entwicklung, die die Sicherheits- und Präventionsbehörden zusätzlich vor neue Herausforderungen stellt.

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