
Die Geschichte wiederholt sich – auch meteorologisch. Vor genau 33 Jahren erlebte Ibiza eine Sintflut, die der jüngsten Sturmfront vom 30. September erstaunlich ähnelt. Am 8. Oktober 1992 fielen in nur 90 Minuten 127 Liter Regen pro Quadratmeter über die Insel, was zu einem nahezu vollständigen Zusammenbruch der Infrastruktur führte. Zum Vergleich: beim aktuellen Unwetter durch das Tief ‚Ex Gabrielle‘ wurden an einem Tag fast 300 Liter gemessen. Wie die Tageszeitung Diario de Ibiza erinnert, glichen die politischen Erklärungen damals erstaunlich jenen von heute.
Die Bilanz 1992: überflutete Garagen, Geschäfte und öffentliche Gebäude wie das Consell, die Comisaría und das damalige Gesundheitszentrum Can Misses. Der Postdienst wurde überrascht, Zusteller waren trotz der Gefahr auf den Straßen. Es kam zu Stromausfällen, eingestürzten Dächern, blockierten Straßen und einem stundenlangen Verkehrschaos rund um Eivissa-Stadt. Statt heutiger Handywarnungen nutzte die Polizei damals lokale Radiosender, die teils selbst ausfielen, um die Bevölkerung zum Zuhausebleiben zu bewegen.
Auch die Armee wurde mobilisiert – ähnlich wie nun die UME. Soldaten aus Sa Coma halfen tagelang beim Abpumpen der Wassermassen. Besonders hart traf es neben der Hauptstadt auch Sant Mateu, die Platja d’en Bossa, den Port de Sant Miquel sowie die Industriegebiete von Sant Jordi und Montecristo.
Schon damals hieß es von offizieller Seite, ein solches Ereignis sei „außergewöhnlich“ und kaum zu verhindern. Der damalige Bürgermeister Enrique Fajarnés erklärte, kein Abwassersystem der Welt könne solche Regenmassen in so kurzer Zeit aufnehmen. Ähnliche Worte fand jetzt der aktuelle Umweltstadtrat Jordi Grivé.
Die politischen Diskussionen nach der Katastrophe ähnelten jenen von heute: Forderungen nach der Ausrufung des Katastrophenfalls, Streit über Zuständigkeiten, Kritik an der mangelnden Koordination der Einsatzkräfte. Auch die Entscheidung, Feuerwehrleute zeitweise nicht mehr zum Abpumpen von Kellern einzusetzen, sorgte für heftige Kontroversen.
Am Ende aber wurde Ibizas Hilfegesuch in Madrid abgelehnt – die Schäden galten der Zentralregierung als zu gering im Vergleich zu Mallorca und Menorca 1989. Für die Betroffenen blieb vor allem das Gefühl, im Chaos alleingelassen zu sein. Ein Eindruck, der 33 Jahre später erneut auflebt.











