
Am Mittwochmorgen herrschte Ausnahmezustand am Hafen von Ibiza: Die Kreuzfahrtschiffe Costa Toscana und MSC Grandiosa liefen beinahe zeitgleich in Botafoch ein. Zusammen brachten sie mehr als 12.000 Personen an Land – über 10.000 Kreuzfahrtgäste plus Besatzung. Laut Informationen der Tageszeitung Periódico de Ibiza y Formentera führte die Ankunft dieser Menschenmassen innerhalb von weniger als zwei Stunden zu erheblichen Verkehrsproblemen und Menschenansammlungen.
Die Costa Toscana misst 337 Meter Länge und bietet Platz für bis zu 6.730 Passagiere und 1.646 Crewmitglieder. Nur wenige Minuten später machte die MSC Grandiosa fest, ein Schiff mit 331 Metern Länge, Kapazität für 6.334 Passagiere und 1.704 Besatzungsmitglieder. Damit stürmten zeitgleich tausende Menschen den Hafenbereich.
Die Zufahrtsstraßen rund um den Hafen und insbesondere der Kreisverkehr an der Straße Vuit d’Agost waren von Bussen, Taxis und Reisegruppen blockiert. Trotz der Anwesenheit der Policía Local, die versuchte, den Verkehr zu lenken, kam es zu Staus und nahezu Stillstand. Besonders betroffen waren Kreuzfahrtgäste, die auf Taxis oder Linienbusse angewiesen waren und bei der starken Mittagshitze lange anstehen mussten. Auch die kleinen Boote, die Passagiere ins Stadtzentrum bringen, waren überlastet.
Viele Kreuzfahrer äußerten Unmut über die Verzögerungen. Familien und Paare aus Sevilla oder Jerez de la Frontera berichteten von langen Wartezeiten, die sie in anderen Häfen wie Marseille oder Palermo nicht erlebt hätten. Einige nutzten die Zeit dennoch für Ausflüge zum Hippiemarkt Las Dalias oder an die Strände der Insel, andere gingen zu Fuß, um den Staus zu entkommen.
Die Situation verdeutlicht die Herausforderungen für Ibiza: Weder die Infrastruktur noch die Hafenlogistik scheinen auf ein solches gleichzeitiges Massendebarkement vorbereitet zu sein. Neben der Diskussion über den wirtschaftlichen Nutzen dieser Ankünfte wirft die Szene auch Fragen zu den ökologischen Auswirkungen auf die Insel auf. Klar ist: Wenn binnen weniger Stunden über 10.000 Menschen anlanden, stößt Ibiza an seine Kapazitätsgrenzen, so die Tageszeitung.












