
Der Veterinär Fernando Ribas del Río warnt eindringlich vor den erheblichen Gefahren der Kiefern‑Prozessionsspinnerraupe, insbesondere für Hunde. Jährlich behandelt er in seiner Klinik auf Ibiza zwischen sechs und zehn Fälle, bei denen Tiere durch den Kontakt mit den Raupen schwer verletzt wurden. Wie die Tageszeitung Diario de Ibiza berichtet, sind die urtikanten Härchen der Raupen hochallergen und können bei Haustieren massive Entzündungen, Nekrosen an Zunge oder Lippen und in schweren Fällen sogar den Tod verursachen. Ribas vergleicht die Wirkung der Raupen mit Quallen: Ein einzelner Kontakt könne harmlos bleiben, mehrere Raupen an derselben Stelle jedoch schwerste Schäden verursachen. Besonders gefährlich sei das Verhalten vieler Hunde, ihre Umwelt mit Maul und Nase zu erkunden. Beim Beißen, Beschnuppern oder Verschlucken der Raupen komme es häufig zu schweren Verletzungen im Maulraum. Im Ernstfall rät der Veterinär zu sofortigem Handeln: keine Reibung, sondern die betroffenen Stellen mit kaltem Wasser unter Druck ausspülen, dabei Handschuhe tragen, um sich selbst zu schützen, und anschließend umgehend eine Tierarztpraxis aufsuchen. Trotz Behandlung mit Kortison, Antihistaminika und Antibiotika können die Folgen dauerhaft sein. Besonders in dieser Jahreszeit sei Vorsicht geboten, da die Raupen aus den Nestern in den Kiefern herabsteigen und sich am Boden bewegen. Ribas empfiehlt, pinienreiche Gebiete zu meiden und beim Spaziergang mit Hunden stets aufmerksam zu sein.
Vor diesem Hintergrund bleibt der Kinderspielplatz von Es Pujols auf Formentera bis auf Weiteres gesperrt. Das Consell de Formentera hat die Schließung als präventive Maßnahme angeordnet – sowohl wegen laufender Bekämpfungsarbeiten gegen den Prozessionsspinner als auch aufgrund von Baumkontrollen nach den starken Winden der vergangenen Wochen. Nach Angaben der Umweltabteilung besteht durch die Kombination aus Raupenbefall und instabilen Ästen ein erhöhtes Risiko für Kinder, Begleitpersonen und Haustiere. Der Spielplatz bleibt geschlossen, bis die vollständige Sicherheit gewährleistet ist. Über die Wiedereröffnung will der Inselrat gesondert informieren. Abschließend appellieren auch die Behörden von Formentera an die Bevölkerung, den Kontakt mit den Raupen strikt zu vermeiden, besondere Vorsicht walten zu lassen und die Sicherheitshinweise zu befolgen, solange die Gefahrenlage anhält.












