
Laut Informationen der Tageszeitung Diario de Ibiza hat die Polizei von Sant Josep erneut einen der führenden Köpfe sowie einen anderen Anbieter von illegalem Taxiverkehr am Flughafen von Ibiza festgenommen.
Am Donnerstag gegen 12:30 Uhr wurde die Frau auf frischer Tat ertappt – sie ist der Polizei aufgrund mehrerer früherer Vorfälle bereits bestens bekannt. Bereits rund zehn Mal wurde sie laut Polizeiangaben für illegale Transportdienste angezeigt. Zum Zeitpunkt der Festnahme beförderte sie mit einem alten Ford Focus mehrere Touristen, die kurz zuvor auf der Insel gelandet waren. Die Reise sollte zu deren Unterkunft gehen.
Die Aktion gelang in Zusammenarbeit mit den legalen Taxifahrern, die per Messenger-Gruppe Hinweise gaben. So konnten die Beamten gezielt ausrücken und neben dem Ford Focus auch ein weiteres illegales Fahrzeug beschlagnahmen. Beide Wagen wurden abgeschleppt, die Besitzer müssen nun mindestens 15.000 Euro Strafe zahlen, um sie zurückzuerhalten. Allerdings wird das alte Auto der Frau vermutlich verschrottet, da es kaum noch Verkaufswert besitze – eine gängige Taktik unter Piraten-Taxifahrern, um bei Beschlagnahmung keinen Verlust zu haben. Die Polizei betont: „Diese Praxis ist nicht nur illegal, sondern auch gefährlich. Fahrgäste haben bei Betrug, Unfällen oder anderen Vorfällen keinen Versicherungsschutz. Wir arbeiten weiter daran, dieses Problem zu bekämpfen und gleichzeitig den legalen, sicheren Taxi-Sektor zu stärken.“
Die Tageszeitung schreibt in einem anderen Artikel, ebenfalls von heute, dass sich die Situation rund um illegale Taxis am Flughafen von Ibiza weiter zuspitze. Trotz der Hilflosigkeit der Taxifahrer, die die sogenannten „Piraten“ genau kennen, greifen diese nicht ein – aus Angst vor Vergeltungsmaßnahmen.
Die Betreiber der illegalen Fahrdienste nutzen die Hochsaison zwischen dem Start der Clubs und dem 1. Juni, wenn das vom Inselrat angekündigte Maßnahmenpaket mit Privatdetektiven startet. In der Zwischenzeit häufen sich die Angebote: Ein Fahrer versuchte sogar, britische Urlauber mit den Worten „Guys, I have a big car for you“ abzufangen – direkt vor dem Flughafenausgang.
Nur drei Kontrolleure stehen derzeit im Dienst, ein aus Sicht des Consells selbst völlig unzureichender Personalschlüssel. Die Piraten agieren teils organisiert, mit Beobachtern auf den Parkdecks, die bei Sichtung von Behörden sofort warnen. Manche imitieren sogar die Uniformen der offiziellen Fahrer.
Laut Aussagen mehrerer Taxifahrer verdienten die Piraten mit einer einzigen Fahrt so viel wie ein legaler Fahrer in zehn Stunden. Sie würden gezielt Leute in den Warteschlangen am Taxistand ansprechen und Unwahrheiten erzählen , wie zum Beispiel, dass legale Taxis pro Person abrechnen würden, nicht pro Fahrt. Dabei besonders im Visier: größere Touristengruppen.
Ein Fahrer schildert, dass er in nur zwei Tagen bereits alle Piraten wiedererkenne – es seien etwa 30 Personen. Ein anderer bringt es auf den Punkt: „Sie sind gefährlich, sie drohen sogar der Polizei.“
Ein Streik im Sommer sei zwar ein denkbarer Schritt, aber schwer umsetzbar – da jeder Fahrer als eigene Firma gilt. Stattdessen setzt der Consell nun auf harte Maßnahmen: Ab dem 1. Juni sollen 41 Detektiv-Einsätze folgen, für über 100.000 Euro Gesamtkosten. Zudem müssen ertappte Piraten-Fahrer künftig die volle Strafe von 15.000 Euro zahlen. AENA, Betreiber des Flughafens, betont laut der Tageszeitung Diario de Ibiza, dass man mit dem Consell und der Polizei kooperiere, um legale Transportmittel zu fördern. Kritiker werfen dem Unternehmen jedoch Passivität vor.














