
Die Taxi-Unternehmen auf den Balearen schlagen Alarm: Branchenvertreter warnen vor einem massiven Anstieg an VTC-Lizenzen (Fahrzeuge mit Chauffeur), die Plattformen wie Uber, Bolt oder Cabify benötigen. Laut einem Bericht der Tageszeitung Periódico de Ibiza y Formentera stehen auf den Inseln insgesamt rund 10.000 Anträge im Raum – davon 6.500 allein auf Ibiza. Die Taxi-Verbände befürchten eine Anzahl, die das bestehende Modell auf den Inseln gefährden könnte. Besonders kritisch: Eine jüngste Entscheidung des Obersten Gerichtshof der Balearen (TSJIB) hat die Ablehnung von 600 Anträgen aufgehoben und fordert eine erneute Prüfung aller Fälle. Das schwächt das bislang genutzte Verhältnis zwischen Taxi- und VTC-Lizenzen als Kontrollinstrument.
Branchenvertreter sprachen deshalb mit der Präsidentin der Balearenregierung, Marga Prohens, und dem zuständigen Mobilitätsminister über mögliche rechtliche Wege, die Flut an Lizenzen zu stoppen. Eine vorgeschlagene Argumentationslinie: VTC seien eigentlich staatliche Genehmigungen, die in einer Inselregion faktisch nicht genutzt werden könnten, da kein überregionales Straßennetz existiere. Die Taxi-Verbände warnen zudem vor Spekulation: In anderen Regionen habe man gesehen, dass Investoren Lizenzen günstig erwerben und später mit hohem Gewinn weiterverkaufen. Besonders drastisch äußerte sich die Gruppe Élite Corsaris d’Eivissa, die ein „völlig überlastetes Ibiza“ befürchtet, sollte diesen Anträge stattgegeben werden. Selbst für die VTC-Unternehmen selbst sei ein solcher Markteintritt „ökonomisch fragwürdig“.
Die Branche fordert nun eine schnelle Entscheidung und ein klares Signal gegen eine unkontrollierte Marktöffnung.















