
Der Stadtstrand von Talamanca zeigt nach dem jüngsten Sturm ein Bild der Zerstörung. Nach Angaben der Tageszeitung Periódico de Ibiza y Formentera haben die wiederholten Unwetter der vergangenen Wochen massive Spuren hinterlassen – sowohl am Strand als auch an der Infrastruktur.
Die hölzerne Promenade ist großflächig zerstört und von trockener Posidonia bedeckt. Teilweise fehlt der Steg komplett, abgesperrt durch Sicherheitsbarrieren. In unmittelbarer Nähe hat sich ein Sand-Einbruch gebildet, verursacht durch starke Brandung und fortschreitende Erosion. Abgerissene Elemente wurden vom Meer bis vor das Hotel Argos gespült. Die Strandbar Flotante bleibt geschlossen, ihre Terrasse liegt unter Posidonia, während die Wellen bis an die Fundamente reichen. Auch der Rettungsturm steht inzwischen direkt an der Wasserkante. Nach Angaben der Stadtverwaltung bestanden bereits seit früheren Wintern strukturelle Probleme, die sich durch steigenden Meeresspiegel, starken Wellengang und fehlende Sandaufspülung weiter verschärft haben. Joan Marí vom Hostal Talamanca spricht von einer Entwicklung, die sich jedes Jahr verschlimmere. Früher habe es 25 bis 30 Meter Strandbreite gegeben, zudem sei regelmäßig Sand aufgeschüttet worden – eine Praxis, die seit Jahren ausbleibe. Die zunehmende Ansammlung von Posidonia erschwere zusätzlich den Betrieb der verbliebenen Einrichtungen. Talamanca wartet damit weiterhin auf eine dauerhafte Lösung, die über punktuelle Reparaturen hinausgeht.
Nur wenige Straßen weiter beschäftigte ein weiterer Vorfall die Einsatzkräfte: Ein großer Eukalyptusbaum stürzte im Viertel sa Penya auf ein Wohnhaus. Zwei Personen mussten von Feuerwehr und städtischer Gartenbrigade aus dem Gebäude befreit werden. Schwerverletzte gab es nicht, eine ältere Person erlitt jedoch einen Schockzustand. Das Ereignis hinterließ sichtbare Schäden am Dach, an der Fassade sowie am Pflaster des Platzes. Am Folgetag arbeiteten Einsatzkräfte daran, Stamm und Äste zu zerteilen und Telefonleitungen zu reparieren. Anwohner zeigten sich erleichtert, dass sich zum Zeitpunkt des Einsturzes keine Kinder auf dem Platz befanden. Der zuständige Stadtrat Manuel Jiménez erklärte, der Baum sei mindestens 30 bis 35 Jahre alt gewesen. Die Stadt kündigte an, neue Bäume pflanzen zu wollen.
Laut dem staatlichen spanischen Wetterdienst Aemet befand sich das Sturmtief „Oriana“ die Störung zunächst über Ibiza und Formentera, bevor es weiter Richtung Mallorca und Menorca zog. Nach den Böen in der Nacht von Freitag auf Samstag soll die Wetterlage in der Nacht zum Sonntag ähnlich ausfallen. Die Behörden rufen zu Vorsicht auf und empfehlen, lose Gegenstände zu sichern, Aufenthalte in Küstennähe zu vermeiden und geplante Veranstaltungen – darunter Karnevalsumzüge – über offizielle Kanäle zu überprüfen. Feuerwehr, IBANAT und freiwillige Zivilschutzgruppen befinden sich in erhöhter Bereitschaft.












