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Sturm legt Hafen und Flugverkehr lahm

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Dieser Container wurde vom starken Wind mitgerissen. / Foto: Gerardo Ferrero, Diario de Ibiza

Das Sturmtief „Nils“ sorgt auf Ibiza und Formentera für eine anhaltende Extremwetterlage mit massiven Auswirkungen auf Infrastruktur und Verkehr. Der Hafen von Ibiza wurde laut Angaben der Tageszeitung Diario de Ibiza am Donnerstagmorgen um 6 Uhr wegen starker Küstenphänomene geschlossen. Auch der Flugverkehr war betroffen: Sämtliche morgendlichen Abflüge verzögerten sich aufgrund heftiger Böen.

Die staatliche Wetterbehörde Aemet erhöhte die Warnstufe zeitweise von Gelb auf Orange (erhebliche Gefahr). Prognostiziert waren Windgeschwindigkeiten von bis zu 90 km/h aus westlicher Richtung – tatsächlich wurden am frühen Morgen am Flughafen Es Codolar sogar 105 km/h gemessen. Weitere Spitzenwerte: 93,3 km/h auf Formentera, 80,6 km/h in Talamanca, 63 km/h in Ibiza-Stadt und 57 km/h in Sant Antoni. Auf See wurden Wellenhöhen von drei bis vier Metern registriert, einzelne Wellen könnten laut Aemet sogar zwischen sechs und acht Metern erreichen. Bereits am Vortag hatte die Reederei Baleària mehrere Verbindungen zwischen Dénia, Palma und Ibiza gestrichen, darunter die Route des Schnellfährschiffs „Eleanor Roosevelt“.

Meteorologisch ist die Lage Teil einer Serie von Tiefdruckgebieten, die seit Wochen für einen konstanten Westwind sorgen. Laut María José Guerrero, Delegierte der Aemet auf den Balearen, entsteht der kräftige Wind durch enge Isobaren bei Tiefdrucklagen, wodurch sich starke Druckunterschiede bilden. Zusätzlich wird die aus der Iberischen Halbinsel einströmende Luft beim Überqueren der Betischen Kordillere erwärmt, bevor sie das Mittelmeer erreicht. Das führt zu ungewöhnlich milden Temperaturen trotz Sturm. Die Messwerte liegen aktuell bei etwa 15 Grad in der Nacht und 19 Grad am Tag, wobei sich die Temperaturen durch den Südwestwind deutlich wärmer anfühlen. Die starken Luftströmungen verhindern zudem ein nächtliches Abkühlen. Für die kommenden Tage rechnen die Voraussagen zwischen dem 15. und 18. Februar mit einer vorübergehenden Abschwächung der Winde. Gleichzeitig warnt die Aemet bereits vor dem nächsten Tiefdruckgebiet „Oriana“, das ab Freitag neue Turbulenzen bringen könnte. Die Wiedereröffnung des Hafens bleibt abhängig von der weiteren Entwicklung von Wind und Seegang.

 

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