Presseschau Plus -
News des Tages

Geschichte

Studie zeigt: Ibiza war im Mittelalter eng mit Afrika und Europa vernetzt

  • Weitersagen:
812aac64 B869 46bc Ab2a E03a8f3b6a61 Source Aspect Ratio Default 0 X851y378
Das Grundstück, auf dem die Überreste gefunden wurden, auf denen die Studie basiert / Foto: Vicent Marí, Diario de Ibiza

Eine internationale Studie zeichnet ein neues Bild des Ibiza andalusí (islamisches Ibiza): Die Insel war im Mittelalter kein abgelegener Randraum, sondern ein vernetzter Raum mit engen Verbindungen nach Nordafrika, Europa und sogar in Regionen südlich der Sahara. Wie die Tageszeitung Diario de Ibiza berichtet, basiert die Untersuchung auf genetischen Analysen von 13 Individuen aus dem 10. bis 12. Jahrhundert.

Die Forschung basiert auf Ausgrabungen in der Calle Bartomeu Vicent Ramon in Ibiza-Stadt, wo mehr als 100 Gräber einer islamischen Nekropole freigelegt wurden. Die genetischen Daten ermöglichen nun einen neuen Blick auf die Lebensrealität der damaligen Bevölkerung und zeichnen das Bild einer dynamischen und kulturell vielfältigen Gesellschaft. Die Ergebnisse belegen eine hohe Vielfalt der Bevölkerung mit europäischen und nordafrikanischen Wurzeln. Die genetische Durchmischung setzte bereits kurz nach der muslimischen Eroberung im Jahr 902 ein und verlief deutlich schneller als bislang angenommen. Dies deutet auf eine gezielte Besiedlung hin, die gut vorbereitet war. Besonders bemerkenswert ist der Nachweis von sub­saharischer Herkunft bei zwei untersuchten Personen. Die genetischen Spuren führen unter anderem in die Region Senegambia sowie in Gebiete südlich des Tschad. Damit liefert die Studie erstmals direkte biologische Hinweise auf transsaharische Netzwerke, die bereits aus historischen Quellen bekannt sind.

Auch die gesundheitliche Dimension bringt neue Erkenntnisse: Bei einem der untersuchten Skelette wurde die Bakterie Mycobacterium leprae nachgewiesen. Es handelt sich um den ersten genetisch bestätigten Leprafall in al-Ándalus. Auffällig ist, dass die betroffene Person nach den üblichen Ritualen bestattet wurde, ohne erkennbare Ausgrenzung. Die Analyse zeigt zudem, dass Ibiza Teil größerer epidemiologischer Zusammenhänge war. Der nachgewiesene Lepra-Stamm war zwischen dem 7. und 13. Jahrhundert in Europa verbreitet. Damit wird deutlich, dass die Insel nicht isoliert war, sondern aktiv in historische Austauschprozesse eingebunden war.

Vielfältig

Das Neueste von den Inseln

Zu Besuch bei Moi Berlanga

Zu Besuch bei Moi Berlanga

In dieser exklusiven Kunstserie stellen wir dir regelmäßig in Zusammenarbeit mit dem Kunstkenner Dieter Sroka Künstler:innen vor, die auf Ibiza und Formentera kreativ sind. Wie der ibizenkische Künstler Moisés Berlanga,… Weiterlesen

Nicht verpassen!

Fr17apr12:0011. April bis 21. Juni, Robert Häusser zeigt sein Archiv der Erinnerung mit Ibiza Fotografie der 1970er Jahre · MACE

Fr17apr12:48bis 24. April, Ausstellung der Arbeiten des Künstlers Gabriel Serra Limona, in der Austellungshalle: Sala Refectori in D'alt Vila · er zeigt uns Fotografien von Punta Arabi im Sommer 1980

Fr17apr13:00Samstags, Can Jordi Blues Station · Live Music

Fr17apr18:00täglich 18 bis 20 Uhr · Jara im Standard Ibiza · Afterglow Happy Hour · 1. Januar bis 31. Dezember

Fr17apr19:0017. April, 19 Uhr: Präsentation des Buches in der städtischen Bibliothek in Can Ventosa: "Das Liederbuch von Can Pere Mosson" von Joana Tur Planells und Isidor Marí Mayans

Fr17apr19:00bis 25. April ist die Ausstellung von Eduard Cortina im alten Rathaus auf Formentera zu besichtigen. Die Eröffnung beginnt um 19 Uhr am 13. April

Ibiza Live Radio

Unser aktuelles Magazin<br />
- jetzt gleich bestellen

Unser aktuelles Magazin
- jetzt gleich bestellen



Am besten abonnieren und mit viel Unterhaltung gleichzeitig gut informiert sein.