
Ibiza Nummer zwei im Fußball, der Regionalligist CD Ibiza, tritt am heutigen Donnerstag zum vielleicht wichtigsten Spiel der Vereinsgeschichte an. Im Rahmen des Ligapokals Copa del Rey reist der Erstligist und Traditionsklub Real Betis Sevilla an. Allerdings ist der Fußball in den zurückliegenden Tagen eher in den Hintergrund getreten. Die CD Ibiza und der derzeit kriselnde Drittligist UD Ibiza, der im Pokal bereits ausgeschieden ist, liefern sich seit Tagen ein medienwirksames Drama, das an ein heillos zerstrittene Ehepartner erinnert. Und zwar geht es um die Nutzungsrechte des zuschauergrößten Stadions Ibizas, das sogenannte Palladium Can Misses in Wurfweite des gleichnamigen Krankenhauses.
Die UD Ibiza, als Drittligist über dem Regionalisten CD Ibiza stehend, erhielt von der Stadt Ibiza zu Saisonbeginn erneut einen Exklusivmietvertrag für das Stadion. Nun will aber die CD Ibiza das Spiel der Spiele verständlicherweise nicht nur vor 300 Zuschauern auf dem Nebenplatz Can Misses 3 austragen. Was zur Folge hat, dass sich die Präsidenten beider Vereine mit gegenseitigen Vorwürfen überschütten, kurzfristig absurde Pressekonferenzen anberaumen und keine Gelegenheit auslassen, den Inselkonkurrenten in ein schlechtes Licht zu rücken.
Mal ist die Stadt als Vermieter Schuld, mal wird der UD Ibiza Neid vorgeworfen (weil sie im Pokal nicht mehr vertreten sind), mal werden der CD Ibiza Mietverträge vorgelegt, die für das Pokalspiel Garantien in sechsstelliger Höhe voraussetzen und quasi von heute auf morgen beglichen werden müssen.
Das Spiel wird zwar letztlich in Can Misses stattfinden, aber nicht wie von der CD Ibiza gewünscht im Stadion vor 5000 Zuschauern, sondern auf dem Nebenplatz Can Misses 3. Weil dort im Normalfall nur wenige hundert Besucher Platz finden, karrten die Verantwortlichen am Mittwoch aus allen Teilen der Insel mobile Zuschauertribünen an, der letzte Schwung wurde sogar aus Valencia angeliefert, meldet die Tageszeitung Diario de Ibiza. Damit können dem Spiel gegen die erstklassigen Andalusier immerhin rund 1500 Zuschauer beiwohnen.
Die Nachfrage nach Eintrittskarten war in den den vergangenen Tagen erwartungsgemäß hoch, so hoch, dass zahlreiche Fans heute mit leeren Händen dastehen. Dies sorgte für weiteren Unmut im Vorfeld der Partie, die die CD zumindest vorbereitungstechnisch bereits verloren hat.
Man darf also gespannt sein, wie es sportlich für die CD Ibiza ausgeht.














