
Die Tageszeitung Periódico de Ibiza y Formentera berichtet, dass die Gemeinde von Sant Josep vergangene Woche einen Erlass zur sofortigen Schließung der Bucht Es Bol Nou (Sa Caleta) angeordnet hat. Grund ist ein akutes Risiko von Felsabbrüchen, wie Bürgermeister Vicent Roig am 11. April bei der Vorstellung des „Plans zur Reaktivierung der Strände 2025“ erklärte. Laut einem Gutachten der Küstenbehörde bestehe reale Gefahr für die Badegäste, weshalb man nicht länger zögern könne. Die Maßnahme soll noch in dieser Woche umgesetzt werden.
Die beliebte Bucht mit dem markanten rötlichen Lehmbodenfelsen ist ein Anziehungspunkt für Touristen und Einheimische. Trotz Warnschildern zieht es weiterhin viele Menschen an den Strand. Nun soll geprüft werden, ob es möglich ist, die Bucht noch in diesem Sommer oder spätestens 2026 wieder gefahrlos zu öffnen. Die Sicherheit der Badegäste stehe an erster Stelle, betonte Roig.
Besonders betroffen von der Schließung ist das angrenzende Restaurant Sa Caleta. Dessen Betreiber Jordi Cardona begrüßt den Schritt: „In den letzten fünf Jahren gab es drei Erdrutsche, das war gefährlich. Ich bin froh, dass endlich gehandelt wird – bevor etwas passiert.“ Gleichzeitig fordert er aber auch eine dauerhafte Lösung.
Cardona erinnert daran, dass man seit Jahren auf eine Intervention dränge: „Wir haben unzählige Gespräche mit Behörden geführt, von der Küstenverwaltung bis zu Umweltverantwortlichen – ohne Ergebnis.“ Er hofft, dass sich der Fall nicht wie in Agües Blanques wiederholt, wo bis heute keine Lösung gefunden wurde.
Der flache Einstieg und die geschützte Lage machten Es Bol Nou zu einem idealen Ort für Familien mit kleinen Kindern. Dass nie etwas passiert sei, sei reines Glück gewesen.
Cardona weist auf die Auswirungen für das Sommercamp von Cala Jondal hin, dessen Besucher regelmäßig an den Strand kamen: „Wo sollen die jetzt hin?“ Der Strand habe sich in den letzten fünf Jahren massiv verändert. Seit den Stürmen 2020 gebe es kaum noch Sand.
Bezüglich seines Restaurants bleibt Cardona vorsichtig optimistisch: „Wir haben seit 1988 nur am 25. Dezember geschlossen. Es ist ein ganzjährig laufender Familienbetrieb.“ Auch wenn der Badebetrieb ausbleibt, vertraut er auf den besonderen Ort, die Küche und die Kultur des Hauses. Zudem sei die Musealisierung der phönizischen Ausgrabungsstätte von Sa Caleta ein neuer Impuls, um den Rückgang der Besucher abzufedern.










