
Ein erneuter Rohrbruch im Abwassernetz hat in Cala de Bou zu einem erheblichen Fäkalienaustritt geführt. Der Strand von Punta Xinxó wurde deshalb aus Sicherheitsgründen bis auf Weiteres gesperrt, Baden ist derzeit nicht erlaubt. Nach Angaben der Gemeinde Sant Josep werden derzeit rund zehn Meter einer beschädigten Leitung ersetzt. Die Arbeiten begannen am Mittwochmorgen. Dem Bericht der Tageszeitung Diario de Ibiza zufolge handelt es sich nach Angaben der Gemeindeverwaltung um den ersten Fäkalienaustritt dieser Saison, während frühere Strandsperrungen andere Ursachen gehabt hätten. Viele Anwohner sehen die Ursache jedoch in den veralteten Abwasserleitungen, die während der Tourismussaison durch die hohe Auslastung von Ferienwohnungen, Apartments und Hotels regelmäßig überlastet seien. Bewohner der Straßen Huelva, Guipúzcoa und Jaén berichten von überlaufenden Kanalschächten, großflächigen Abwasserlachen, unerträglichem Gestank und Fäkalien, die über mehrere Hundert Meter bis ins Meer fließen. Teilweise könnten Terrassen wegen der Geruchsbelästigung seit Tagen nicht mehr genutzt werden. Nach Aussagen der Betroffenen würden die Leitungen zwar immer wieder freigespült oder einzelne Schäden repariert, kurze Zeit später trete das Problem jedoch erneut auf.
Nach Ansicht der Bewohner handelt es sich deshalb nicht um einzelne Defekte, sondern um ein seit Jahrzehnten bestehendes strukturelles Problem. Sie fordern eine vollständige Erneuerung des gesamten Kanalnetzes in Cala de Bou statt weiterer Notreparaturen. Besonders kritisch sehen sie die unmittelbare Nähe der austretenden Abwässer zur Küste und die wiederkehrende Verschmutzung des Meeres. Bereits in den vergangenen Jahren kam es in der Bucht von Portmany mehrfach zu ähnlichen Umweltschäden. Besonders schwer war ein Fäkalienaustritt im Jahr 2022 am Caló de s’Oli, der sich über Wochen hinzog und von der Umweltplattform Salvem sa Badia als eine der größten Umweltkatastrophen der Bucht bezeichnet wurde. Seither wurden zwar wiederholt Reparaturen und Reinigungsarbeiten durchgeführt sowie Informationskampagnen gegen die Entsorgung von Feuchttüchern und Hygieneartikeln über die Toilette gestartet. Anwohner und Umweltorganisationen fordern jedoch weiterhin eine umfassende Sanierung des veralteten Abwassersystems, um künftige Rohrbrüche und erneute Einleitungen von Abwasser ins Meer dauerhaft zu verhindern.















