
Die spanische Staatsanwaltschaft zeigt sich alarmiert über den zunehmenden Konsum von Cannabis und sogenanntem ‚Gas de la risa‘ (Lachgas) unter Jugendlichen. In ihrem Jahresbericht 2024, der zum Auftakt des neuen Gerichtsjahres vorgestellt wurde, verweist sie laut Informationen der Tageszeitung Periódico de Ibiza y Formentera auf eine „besondere Besorgnis“ über Fälle von frühem Konsum bereits bei Neun- und Zehnjährigen.
Vor allem genetisch veränderte Sorten mit hohem THC-Gehalt stellten laut Bericht ein erhebliches Risiko für die psychische Gesundheit dar. Genannt werden mögliche Folgen wie Psychosen, Schizophrenie oder bipolare Störungen, die zunehmend bei Jugendlichen beobachtet würden. Zudem warnt die Staatsanwaltschaft vor dem starken Wachstum der Cannabis-Clubs, die oftmals als Deckmantel für eine unkontrollierte Verteilung dienen.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf Ibiza: Dort habe die Polizei vermehrt den illegalen Verkauf von Lachgas auf den Straßen festgestellt. Die Substanz werde für nur drei bis fünf Euro in Luftballons abgegeben und sei gerade für Jugendliche attraktiv. Vielen Konsumenten sei nicht bewusst, dass es sich um ein verschreibungspflichtiges Arzneimittel handele, das nur von medizinischem Fachpersonal angewendet werden dürfe. Die AEMPS (spanische Arzneimittelbehörde) warnt vor ernsten Atem-, Blut- und Nervenschäden, die im schlimmsten Fall zum Tod führen können.
Allein 2024 registrierte die Staatsanwaltschaft auf Ibiza 216 Ermittlungsverfahren und 58 dringende Verfahren wegen Delikten gegen die öffentliche Gesundheit. Zudem wurden 50 Anklageschriften eingereicht.
Auch der steigende Konsum von MDMA und der sogenannten rosa Kokain-Variante 2CB (‚Tusi‘) bereitet Sorgen. Beide Substanzen seien eng mit dem Nachtleben verknüpft und daher besonders leicht für Jugendliche verfügbar. Die Mischung mit Cannabis und Alkohol verschärfe die gesundheitlichen Risiken erheblich.












