
Der spanische Minister für soziale Rechte, Verbraucherschutz und die Agenda 2030, Pablo Bustinduy, hat dem Inselrat von Ibiza sowie der balearischen Regierung eine Liste mit 7.000 nicht lizenzierten Ferienwohnungen übergeben. Diese wurden in den Balearen beworben, ohne die erforderliche Lizenznummer anzugeben. Dies entspricht mehr als 30 % der insgesamt 22.000 untersuchten Inserate, die von der Analyseeinheit des Generalsekretariats für Verbraucherschutz und Glücksspiel analysiert wurden, wie die Tageszeitung Periódico de Ibiza y Formentera berichtet.
„Diese Datei enthält umfassende Informationen zu den Unterkunftsarten und deren Anbietern. Ich halte sie für ein wertvolles Werkzeug für Verwaltungen, die den politischen Willen haben, gegen illegale Praktiken vorzugehen“, erklärte Bustinduy vor einem Treffen mit dem Präsidenten des Consell d’Eivissa, Vicent Marí, und dem balearischen Tourismusminister Jaume Bauzà.
Der Minister hob hervor, dass die unkontrollierte Zunahme illegaler Ferienwohnungen einer der Hauptgründe für die Wohnungsnot in Spanien sei. „Hinter diesen illegalen Geschäftsmodellen und der Gier einiger weniger Spekulanten stehen Tausende von Familien, die sich keine Wohnung leisten können, junge Menschen, die nicht ausziehen können, und Paare, die nach einer Trennung keine neue Bleibe finden“, betonte er. Daher sei ein konsequentes Eingreifen der Verwaltung erforderlich.
Das Verbraucherschutzministerium untersucht und sanktioniert illegale Praktiken, die mehrere Regionen oder den digitalen Bereich betreffen. So wurde bereits ein Sanktionsverfahren gegen eine Online-Plattform eingeleitet, die nicht lizenzierte Ferienwohnungen beworben hat. Zusätzlich laufen Untersuchungen gegen große Verwaltungsfirmen für Ferienunterkünfte.
Bustinduy betonte die Bedeutung der Zusammenarbeit zwischen den Verwaltungen, um die Kontrolle und Inspektionen zu erleichtern. Der übergebene Bericht soll den lokalen, insularen und autonomen Behörden als Grundlage für künftige Maßnahmen dienen.
Das Consell d’Eivissa hat die Liste bereits durchgesehen und 2.512 Anzeigen für nicht lizenzierte Ferienwohnungen auf Ibiza gefunden. Eine genauere Analyse, welche dieser Objekte eine gültige Lizenz besitzen, steht noch aus.
Der Präsident des Inselrats von Ibiza, Vicent Marí, begrüßte Bustinduys Besuch und unterstützte die Pläne der Regionalregierung. Mit Mitteln aus der Ecotasa (Umweltsteuer) wird ein dreijähriger Aktionsplan mit 22 Millionen Euro finanziert, der die Einstellung von zusätzlichem Personal und technischen Ressourcen vorsieht, um die Bekämpfung des illegalen Ferienwohnungsmarkts zu intensivieren.
In dem Treffen wurden auch bisherige Fortschritte besprochen, darunter:
- Die Einführung eines Registers für Unternehmen, Aktivitäten und touristische Unterkünfte.
- Abkommen mit Airbnb und Booking, um illegale Inserate zu entfernen.
- Zusammenarbeit mit Gemeinden, der Lokalpolizei und Stadtplanungsbehörden, um Verstöße aufzudecken.
- Die Einziehung von mehr als drei Millionen Euro an Strafen aus den letzten Jahren.
- Identifizierung von über 150 illegalen Anbietern in Zusammenarbeit mit Plattformen und der Nationalpolizei.
Vicent Marí kündigte außerdem die Gründung eines Gremiums zur Bekämpfung illegaler Ferienvermietung an. Diese sogenannte „Mesa de Intrusismo“ wird Vertreter der balearischen Regierung, des Consell d’Eivissa, der Stadtverwaltungen, der Wirtschaft und der großen digitalen Plattformen umfassen. Laut Regierungsquellen wird das Gremium noch diese Woche ins Leben gerufen und könnte innerhalb eines Monats erstmals tagen.













