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Sprachenstreit

Spanisch oder Katalanisch: Eltern von Schülern sollen künftig mitentscheiden dürfen – aber nur ein bisschen

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Nach wochenlangem Streit im Landesparlament hat sich die regierende Volkspartei PP in einem Aspekt der Sprachpolitik durchgesetzt: Eine generelle Zwei-Wege-Bildung, also Unterricht wahlweise auf Spanisch oder Katalanisch, wird es in den staatlichen Schulen auf den Balearen nicht geben. Insbesondere die rechtspopulistische Vox, mit deren Stimmen die PP nach den Regionalwahlen überhaupt erst eine Regierungsbildung gelang, hatte eine Wahlmöglichkeit gefordert.

Nun einigte man sich im Landtag darauf, dass das letzte Wort die Schulen selbst haben, so die Tageszeitung Periódico de Ibiza y Formentera. Allerdings mit verschiedenen Einschränkungen, erklärte Bildungsminister Antoni Vera. Zunächst müssten die Schulen über eine ausreichende Anzahl von Klassenräumen verfügen, denn wenn Fächer wie Mathematik oder Geschichte in den zwei offiziellen Sprachen der Balearen unterrichtet würden, dann müsse entsprechend Platz vorhanden sein. Ferner würden in einem ersten Schritt nur Schüler beziehungsweise deren Elten in den ersten drei Jahren (6-8 Jahre) die Unterrichtssprache wählen dürfen.

Eine Änderung des seit 1986 bestehenden Gesetzes zur Normalisierung der Sprache (Llei de Normalització Lingüística) muss mit diesem Kompromiss nicht einmal geändert werden. Denn die Möglichkeit, gewisse Jahrgangsstufen unter bestimmten Voraussetzungen auf Spanisch und Katalanisch zu unterrichten, sieht bereits das Jahrzehnte alte Regelwerk vor. Nur, keine Landesregierung hat bislang von dieser Möglichkeit Gebrauch gemacht. Nach Darstellung von Vera soll zudem ein Pilotprojekt entworfen werden, demzufolge auch ältere Pennäler sich für eine der beiden offiziellen Sprachen entscheiden könnten.

Zum Hintergrund: Seit vielen Jahren fordern weite Teile der Elternschaft, dass ihre Kinder überwiegend in Spanisch unterrichtet werden sollen. Konservative Regierungen können dieser Idee gewöhnlich mehr abgewinnen als eher links gerichtete Regierungen. Letztlich besteht allerdings ein parteiübergreifender Konsens, wonach die katalanische Sprache eines besonderen Schutzes bedürfe und entsprechend geförderte werden müsse. Im aktuellen Landesparlament spricht sich nur die rechtspopulistische Vox (vergleichbar mit der AfD in Deutschland) gegen einen Sonderstatus von Katalanisch aus.

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