
Der Internationale Frauentag am 8. März wurde auf Ibiza und Formentera mit zahlreichen Aktionen, sportlichen Veranstaltungen und Kundgebungen begangen, wie die Tageszeitung Diario de Ibiza berichtet.
Mehr als 1.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer beteiligten sich auf Ibiza an der Cursa per la Dona, einem fünf Kilometer langen Lauf von Sant Jordi bis zum Parque Reina Sofía. Familien, Freundesgruppen und Sportvereine verwandelten die Strecke in einen Treffpunkt für Sport und gesellschaftliches Engagement. Zwar wurden auch Siegerinnen gekürt, doch im Vordergrund stand vor allem die gemeinschaftliche Botschaft für Gleichberechtigung.
Parallel dazu versammelten sich auf dem Paseo de Vara de Rey rund 150 bis 200 Menschen zu einer reivindikativen Kundgebung. Organisiert wurden Workshops zum Gestalten von Protestplakaten, ein Schminkstand in der Farbe Lila sowie ein Batucada‑Workshop, der viele Besucher anzog. Besonders präsent war die Erinnerung an eine schwere Gewalttat gegen eine Frau in Sant Antoni, die weiterhin auf der Intensivstation behandelt wird. Mit einer lauten „Remorada“ – Trommeln, Pfannen und Rufen – setzten die Teilnehmer ein Zeichen der Solidarität mit allen betroffenen Frauen.
Die Organisation des Tages sorgte für Diskussionen. Vertreterinnen feministischer Gruppen kritisierten, dass der Frauenlauf zeitlich mit der Kundgebung zusammenfiel und dadurch die Sichtbarkeit der Demonstration beeinträchtigt worden sei. Die Stadtverwaltung von Ibiza betonte dagegen, man habe versucht, beide Veranstaltungen zu koordinieren. Auch die neue Nutzung des Casal d’Igualtat wurde von Aktivistinnen kritisiert. Das Zentrum wird inzwischen auch für allgemeine soziale und beratende Veranstaltungen geöffnet. Dadurch wird nach Ansicht einiger Gruppen seine ursprüngliche Rolle als Raum für feministische Organisationen abgeschwächt.
Auf Formentera begann der Tag mit der XII. Caminata y Carrera de la Mujer, an der rund 400 Menschen teilnahmen. Der Lauf führte von Sant Francesc bis Can Marroig und unterstützte die Asociación Española Contra el Cáncer. die spanische Vereinigung gegen den Krebs. Anschließend fand auf der Plaça de la Constitució eine Kundgebung mit der Lesung mehrerer Manifeste statt. Die Gruppen Espai Dones und F.I.G.A. forderten unter anderem einen intersektionalen Feminismus, mehr Schutz für Minderjährige im digitalen Raum sowie konkrete Maßnahmen gegen Gewalt gegen Frauen. Gleichzeitig warnten sie vor einer weltweiten Entwicklung, in der sich Kriege und autoritäre Tendenzen wieder stärker ausbreiten.












