
Gestern war es wieder so weit: Der beliebte Wettbewerb des Arroz de Matanzas fand in Sant Antoni statt. Die Gewinner sind in diesem Jahr: Can Barri auf dem ersten Platz mit einem Preisgeld von 750 Euro, gefolgt von Es Cremats und Es Pagesos Justiciers. Der Preis für den bestdekorierten Stand ging an Sa Truja del 83.
Was 2013 als Nachbarschaftsinitiative begann, ist heute das prägendste Gastronomiefest der Insel. Wie die Tageszeitung Diario de Ibiza heute schreibt, hat sich die Concurso Mundial del Arroz de Matanzas in Sant Antoni von einem kleinen Treffen mit zwölf Teams zu einer Großveranstaltung mit 166 teilnehmenden Gruppen entwickelt – ein neuer Teilnehmerrekord. Der Arroz de Matanzas gilt als kräftiges Wintergericht und überrascht viele auswärtige Besucher durch seine Gewürzvielfalt. Neben Pfeffer und Safran kommen je nach Hausrezept auch Piment, Zimt oder Muskatnuss zum Einsatz. Auffällig ist jedoch, dass beim Wettbewerb nicht die opulentesten Varianten dominieren. Besonders erfolgreich ist seit Jahren eine leichtere Zubereitung. Die Köchin Cati Ribas vom Team Autoescuela Santa Gertrudis gewann den Wettbewerb bereits viermal und erreichte einmal den zweiten Platz. Ihr Ansatz verzichtet auf schwere Zutaten und setzt auf einen milden Fond, einfache Würzung und entbeintes Fleisch. Rippen und fettes Schweinefleisch kommen bei ihr ebenso wenig zum Einsatz wie Knochenstücke. Unterstützt wird sie von Freundinnen, die Wildpilze aus heimischen Wäldern sammeln – eine Seltenheit in regenreichen Jahren. Cati Ribas tritt seit der ersten Ausgabe mit derselben Freundesgruppe aus Schulzeiten an. Gemeinsam mit elf weiteren Teams gehörten sie zu den Pionieren des Wettbewerbs.
Initiator war einst Vicent Sala, der 2013 das inzwischen geschlossene Lokal Kantaun führte. Ziel war es, dem Viertel in den Wintermonaten mehr Leben einzuhauchen und das Festprogramm der Patronatsfeiern von Sant Antoni zu ergänzen. Der Titel einer „Weltmeisterschaft“ entstand zunächst scherzhaft, entwickelte sich jedoch rasch zu einer fest verankerten Tradition, die inzwischen viele Orte auf Ibiza inspiriert. Neben dem festlichen und sozialen Charakter sieht Sala vor allem einen Impuls für die lokale Küche. Traditionelle Gerichte wie frita de porc, sofrit pagès oder Tintenfisch seien wieder populär geworden und würden heute sogar von Jugendlichen zubereitet, was früher kaum vorstellbar gewesen sei.
Das Festgelände hat sich über die Jahre auf mehrere Straßen sowie die Plaça de s’Era d’en Manyà und den Parkplatz vor der Post ausgedehnt. Jährlich kommen rund zehn neue Teams hinzu. Die Bewertung der zahlreichen Gerichte stellt eine logistische Herausforderung dar. Die Jury ist deshalb in zwei Gruppen aufgeteilt, die jeweils die geradzahligen und ungeradzahligen Beiträge verkosten. Aus jeder Gruppe werden die fünf bestbewerteten Reisgerichte für das Finale ausgewählt. Erstmals gehörte in diesem Jahr auch die junge Köchin Agnès Boned zur Jury. Sie hatte zuvor selbst an Schülerausgaben des Wettbewerbs teilgenommen und bereits andere lokale Kochwettbewerbe gewonnen. Der Wettbewerb gilt als wichtiger Motor für das Winterleben auf Ibiza. Köche, Hobbyköchinnen und Besucher ziehen von Ort zu Ort und schaffen ein starkes Gemeinschaftsgefühl. Ergänzt wird der Wettbewerb durch einen Arroz popular, ein Reis-Essen für mehr als tausend Gäste, dessen Erlös in diesem Jahr der Unterstützung von Krebspatienten zugutekommt. Damit endet der Tag zwar offiziell, doch die Feierlichkeiten dauern traditionell bis tief in die Nacht an. Der enorme Publikumsandrang zeigte sich auch abseits des Festgeländes. Der Parkplatz Ses Variades so stark ausgelastet, dass er an die typischen Sommerabende mit Sonnenuntergang erinnerte – und das bereits im Februar.
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