
Nach Informationen der Tageszeitung Periódico de Ibiza y Formentera sorgt die Zollpolitik von US-Präsident Donald Trump für Unruhe bei Unternehmen auf Ibiza und Formentera, besonders in exportorientierten Betrieben.
Can Rich, eine bekannte Weinkellerei auf Ibiza, hatte den Export in die USA, insbesondere nach Kalifornien und an die Ostküste, vorbereitet. Nun liegt das Projekt auf Eis. Die geplante Markteinführung, in die bereits investiert wurde, wurde von der amerikanischen Importfirma wegen der unklaren Lage verschoben. „Unser Hauptmarkt ist Ibiza und Europa, wir beginnen auch mit China. Doch alles in den USA steht nun still“, erklärte das Unternehmen. Trotz direkter Verkäufe an viele amerikanische Touristen auf der Insel wurden Großhandelspläne abrupt gestoppt.
Die Likörfirma der Brüder Marí Mayans exportiert seit 2017 nicht mehr in die Vereinigten Staaten. Grund sei eine neue Vorschrift, laut der eine Lizenz pro Bundesstaat 200.000 Dollar koste – ein Investitionsaufwand, der die Exportpläne zum Erliegen brachte.
Alfonso Rojo, Präsident des Verbandes der kleinen und mittleren Unternehmen (Pimeef), erklärte, dass die Auswirkungen für Ibiza und Formentera zunächst begrenzt seien, da kaum direkt in die USA exportiert werde. Dennoch warnt er vor indirekten Folgen, wie z. B. steigender Inflation.
Auch José Antonio Roselló von der Unternehmervereinigung CAEB zeigte sich besorgt: Nur 0,8 % der balearischen Exporte gingen im vergangenen Jahr in die USA – der Großteil nach Deutschland, Frankreich und in die Niederlande. Doch selbst geringe Auswirkungen auf einzelne Sektoren könnten problematisch sein, besonders wenn Produkte, die nicht mehr in die USA gelangen, den balearischen Markt überfluten. Roselló betonte: „Zollpolitik bremst immer das Wirtschaftswachstum und hat inflationäre Tendenzen.“
Beide Vertreter mahnten, dass der freie Handel bedroht sei und auch die internationalen Beziehungen unter Trumps Politik litten. Das führe langfristig zu wirtschaftlichen und politischen Problemen.
















