
Laut einer Pressemitteilung der Asociación Empresarial de Ocio Nocturno Noches de Ibiza (AEON), der Unternehmervereinigung der Nachtclubs von Sant Antoní, hat der Verband beim Inselrat von Eivissa und beim Rathaus von Sant Antoni Anzeige gegen das Hotel Pikes erstattet und Inspektionen gefordert. Hintergrund sind mutmaßliche städtebauliche und verwaltungsrechtliche Verstöße, die nach Darstellung von AEON gerade an dem Wochenende überprüft werden sollten, an dem im Hotel die Opening-Partys und der Auftakt eines umfangreichen Veranstaltungskalenders für die Sommersaison angekündigt sind. Wie auch die Tageszeitung Noudiari berichtet, stützt sich die Anzeige auf ein juristisches Gutachten, das offiziell bei der Gemeinde eingereicht wurde.
In diesem Gutachten sieht AEON Anhaltspunkte für mögliche Verstöße gegen den Flächennutzungsplan von Sant Antoni de Portmany sowie gegen das balearische Raumordnungsgesetz. Ein Teil des betroffenen Grundstücks liege in einem Bereich, der als nicht urbanes Gelände eingestuft ist. Davon sollen 1.937 Quadratmeter in einer besonders geschützten Naturzone liegen. Die restliche Fläche von 35.515 Quadratmetern werde laut AEON als gewöhnliches ländliches Gelände eingestuft. Aus den vorliegenden Planungsunterlagen gehe hervor, dass auf dem Grundstück derzeit lediglich ein einziges Einfamilienhaus mit einem maximalen oberirdischen Volumen von 900 Kubikmetern zulässig sei, ergänzt um Nutzungen, die mit der Landwirtschaft verbunden sind. Zugleich erklärt AEON, dass unklar sei, über welche konkreten Lizenzen das Hotel für die auf seiner eigenen Internetseite beworbenen Aktivitäten verfüge, da dort eine Vielzahl von Angeboten veröffentlicht werde, deren rechtliche Grundlage aus Sicht des Verbands zumindest zweifelhaft AEON verlangt deshalb, dass die zuständigen Stellen die Genehmigungen, die Kapazitäten und die tatsächlich ausgeübten Tätigkeiten vor Ort genau prüfen, sowie die Einleitung entsprechender Verfahren zur Disziplinierung im Städtebau. Wegen der aus Sicht des Verbands Schwere der Vorwürfe fordert AEON darüber hinaus vorsorgliche Maßnahmen, also entweder die sofortige Einstellung möglicher Erweiterungsarbeiten oder das Ende etwaiger irregulärer Aktivitäten.
Zur Untermauerung ihrer Vorwürfe hat die AEON-Führung nach eigenen Angaben Luftbilder beigefügt. Darauf seien Container oder bungalowähnliche Strukturen zu erkennen, die offenbar als Wohnungen genutzt würden und sich in einem Bereich befänden, dessen Boden als rustikal eingestuft ist und dessen Hauptnutzung landwirtschaftlich sein müsste. Zusätzlich verweist der Verband auf eine überdachte Tennisplatzfläche, auf der weitere Bungalows oder Container installiert worden seien, sowie auf zusätzliche Einheiten im Parkplatzbereich und sogar im Wald. Nach Darstellung von AEON dokumentieren die Bilder, dass sich die beanstandeten Bebauungen im Vergleich zum Vorjahr weiter ausgeweitet haben. Darüber hinaus wirft der Verband dem Hotel vor, mit seinen Veranstaltungen erheblichen Druck auf die Umgebung auszuüben. AEON spricht von Beschwerden und Anzeigen aus der Nachbarschaft wegen Lärms und eines Besucherandrangs, der nach Auffassung des Verbands die zulässige Kapazität des Hotels augenscheinlich überschreite, und wegen Verkehrs- und Parkproblemen. Genannt wird auch der Betrieb einer Musikbar ohne entsprechende Lizenz. Fahrzeuge würden auf ländlichem Boden abgestellt, dessen Hauptnutzung eigentlich agrarisch sei. Für AEON fügt sich dies zu einem umfassenden Bild möglicher Unregelmäßigkeiten zusammen, das nicht nur baurechtliche Fragen, sondern auch Aspekte des balearischen Veranstaltungsrechts, der Sicherheit und der öffentlichen Ordnung betreffe.
Mit Blick auf die neue Saison erneuert AEON zudem ihre generelle Kritik an der Regulierung des Freizeitangebots auf Ibiza. Der Verband verlangt vom Consell d’Eivissa strengere Vorgaben zu Öffnungszeiten und Besucherzahlen sowie eine klare Regelung jener ergänzenden Tagesangebote, die Hotels, Restaurants oder ähnliche Betriebe inzwischen anbieten. Nach Ansicht der Vereinigung fehlt es seit Jahren an einer wirksamen Begrenzung solcher Aktivitäten, obwohl bereits 2020 im Gemeinderat von Sant Antoni und zuvor auch in einem Bürgergremium gefordert worden sei, touristische Musikangebote am Tag gesondert zu regeln. Dass dies sechs Jahre später aus Sicht von AEON noch immer nicht geschehen ist, wertet der Verband als gefährliche Entwicklung für das touristische und soziale Modell der Insel.















