
Am heutigen Samstagmorgen wurden elf Menschen wenige Kilometer vor Formentera aus einem Boot gerettet. Die Seenotrettung entdeckte das Boot nach Angaben der balearischen Regierungsvertretung gegen 9.35 Uhr rund drei Seemeilen südlich der Insel. An Bord befanden sich elf maghrebinische Migranten. Am selben Tag wurden vor Mallorca drei weitere Boote mit insgesamt 45 Menschen aufgegriffen. Damit erreichte die Zahl der am Samstag vor Mallorca und Formentera entdeckten Migranten 56 Personen. Bereits am Freitag waren auf beiden Inseln insgesamt 89 Menschen angekommen.
Die balearische Ministerpräsidentin Marga Prohens fordert von der spanischen Zentralregierung sämtliche Berichte der Sicherheitsbehörden über eine möglicherweise starke Zunahme irregulärer Einreisen auf die Balearen. In einem Schreiben an Ministerpräsident Pedro Sánchez will sie erfahren, welche Schutzmaßnahmen Madrid angesichts der Warnungen getroffen und welche Einsatzkräfte zusätzlich bereitgestellt hat. Prohens wirft der Zentralregierung vor, die Balearen-Regierung nicht über die Risikowarnung informiert zu haben. Sie fordert einen Sonderplan für die Inseln, zusätzliche Mittel zur Überwachung der Seegrenzen und einen dauerhaften Einsatz von Frontex, der europäischen Grenzschutzagentur. Laut der Tageszeitung Periódico de Ibiza y Formentera erreichten in den vergangenen fünf Jahren rund 25.000 Menschen die Balearen in kleinen Booten, davon etwa 4.500 Menschen im laufenden Jahr.
Gleichzeitig verlängert Spanien die Kontrollen für Reisende, die auf dem Luft- oder Seeweg aus Italien einreisen. Die Grenzkontrollen gelten vom 8. September um 0 Uhr bis zum 22. September 2026 um 24 Uhr. Die entsprechende Anordnung des spanischen Innenministeriums wurde im Staatsanzeiger BOE veröffentlicht. Die Kontrollen waren eingeführt worden, nachdem Italien seinerseits wieder Reisende aus Spanien kontrolliert hatte. Hintergrund ist die Migrationskrise in Ceuta und ein daraus entstandener Streit zwischen Madrid und Rom. Beide Länder schränken damit die im Schengen-Raum geltende Freizügigkeit vorübergehend ein. Die Maßnahmen werden fortlaufend überprüft und können vorzeitig aufgehoben werden, wenn die Behörden sie nicht mehr für erforderlich halten.











