
Die Ausbreitung der eingeschleppten Schlangen auf Ibiza erreicht inzwischen auch die historischen Bereiche der Inselhauptstadt. Wie der Stadtrat von Ibiza bestätigt, wurden bereits mehrere Exemplare in Dalt Vila gesichtet – darunter an den Renaissance-Mauern der befestigten Altstadt. Auch in Wohngebieten, auf Parkplätzen und in anderen urbanen Bereichen seien die Reptilien mittlerweile anzutreffen. Die Nähe des Gebiets Es Soto könnte ihre weitere Ausbreitung innerhalb des UNESCO-Weltkulturerbes begünstigen. Um der Invasion entgegenzuwirken, verteilte die Stadtverwaltung am Samstag mehr als 110 Fallen an interessierte Bürger. Ein Teil davon wurde von der balearischen Regierung bereitgestellt, weitere Käfige kaufte die Gemeinde selbst. Gleichzeitig setzt die Stadt auf den Schutz der einheimischen Eidechsen, die besonders unter den Schlangen leiden. Dafür wurden rund 30 spezielle Rückzugsorte geschaffen, Gärten angepasst und in Can Marines sogar ein eigenes Schutzgebiet für Eidechsen eingerichtet.
Begleitet wurde die Aktion von einem Workshop des COFIB (Consorci per a la Recuperació de la Fauna de les Illes Balears – Konsortium zur Wiederherstellung der Tierwelt der Balearen). Die Expertin Beatriz Checa erklärte den Teilnehmern den richtigen Umgang mit den Fallen sowie die sichere Handhabung von Fängen. Sie betonte laut der Tageszeitung Periódico de Ibiza y Formentera, dass die Bekämpfung der Schlangen nur durch gemeinschaftliches Handeln erfolgreich sein könne. Besondere Aufmerksamkeit müsse auch dem lebenden Köder gelten, einer kleinen Maus, die regelmäßig gefüttert und mit Wasser versorgt werden müsse. Nach einem Fang sollten die Tiere nur mit Handschuhen behandelt werden. Bei Problemen könne jederzeit das COFIB kontaktiert werden. Zudem sei es wichtig, jeden Fang über die kommunale Plattform „Línea Verde“ zu melden. Dadurch entstehe eine wertvolle Datengrundlage, mit der sich die weitere Ausbreitung der Schlangen auf der Insel nachvollziehen lasse.
Wie weit das Problem bereits fortgeschritten ist, zeigen die Erfahrungen vieler Bewohner. Eine Anwohnerin aus Sant Jordi berichtete, dass Schlangen dort seit Jahren regelmäßig gesichtet würden. Besonders erschrocken sei sie gewesen, als eine Schlange plötzlich auf einem Warmwasserboiler entdeckt wurde. Andere Bewohner sprechen von zahlreichen Fängen auf ihren Grundstücken und warnen davor, die Entwicklung zu unterschätzen. Nach Einschätzung vieler Teilnehmer des Workshops besteht jedoch noch die Möglichkeit, die Ausbreitung einzudämmen. Gerade in Gebieten wie Sant Jordi oder Port des Torrent würden inzwischen sehr viele Schlangen beobachtet.












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