
Im Kampf gegen invasive Schlangenarten haben die Behörden auf Ibiza und Formentera im Jahr 2025 mehr als 4.400 Tiere gefangen. Damit wird das Ausmaß der Bedrohung für die einheimische Eidechse deutlich, so die Tageszeitung Diario de Ibiza. Auf Ibiza wurden mit insgesamt 1.930 Fallen 3.604 Schlangen gefangen – ein Rekordwert seit Beginn des Kontrollprogramms. Der Großteil entfällt auf die Hufeisennatter, die sich weiterhin stark ausbreitet. Auf Formentera wurden mit 505 Fallen 893 Exemplare registriert, vor allem die sogenannte Treppennatter, die sich dort stabil etabliert hat. Angesichts dieser Entwicklung sprechen die Behörden von einer fortschreitenden ökologischen Krise in den sensiblen Inselökosystemen. Erstmals bleiben die Fallen nun ganzjährig aktiv, auch in den Wintermonaten, um die Ausbreitung besser kontrollieren zu können. Für 2026 ist eine weitere Ausweitung der Maßnahmen geplant. Die Zahl der eingesetzten Fachkräfte wird erhöht, gleichzeitig sollen mehr Fallen installiert werden, insbesondere in Gebieten, in denen sich die Schlangen weiter ausbreiten.
Besonders kritisch ist die Situation auf kleinen vorgelagerten Inseln, da dort einzigartige Populationen der einheimischen Eidechse leben. Die Ausbreitung der Schlangen stellt hier eine direkte Gefahr für deren Überleben dar. Als Gegenmaßnahme setzt das Govern auf neue Schutzstrategien, darunter schlangenfreie Rückzugsräume auf Ibiza sowie ein Zuchtprogramm in Zusammenarbeit mit dem Zoo Barcelona, um die genetische Vielfalt der Art zu sichern. Auch die Bevölkerung spielt eine wichtige Rolle: Über die App „Línea Verde“ gingen im Jahr 2025 rund 1.000 Hinweise auf Schlangensichtungen ein. Die Behörden betonen, dass eine enge Zusammenarbeit aller Institutionen notwendig sei, um die Ausbreitung langfristig einzudämmen.















