
Die Installation und spätere Entfernung von 29‑km/h‑Verkehrsschildern in der Straße des Caló in Cala de Bou hat im Gemeinderat von Sant Josep für eine kontroverse Debatte gesorgt. Die sozialistische Fraktion stellte laut der Tageszeitung Periódico de Ibiza y Formentera die Rechtmäßigkeit, die Kosten und die Verwaltungspraxis der Maßnahme infrage.
Im November 2025 hatte das Rathaus ein Dutzend Schilder angebracht, die eine Höchstgeschwindigkeit von 29 km/h vorsahen. Ende Dezember wurden sie wieder entfernt und Anfang Januar durch reguläre 30‑km/h‑Schilder ersetzt. Der oppositionelle PSOE bemängelte, ein Polizeibericht, der auf die in der Verkehrsregelung vorgesehenen Zehnerschritte verwies, sei dem Plenum zunächst nicht vorgelegt worden. Vizebürgermeister und Bau-Dezernent Vicent Torres verteidigte die Maßnahme als Instrument zur Verkehrsberuhigung. Eine digitale Veröffentlichung der Verkehrsbehörde DGT aus dem Jahr 2021 stelle keine verbindliche Rechtsnorm dar, argumentierte er. Zudem habe die Beschilderung formal den Anforderungen an Größe, Farbe und Beleuchtung entsprochen. Die Schilder seien vom 14. November bis 28. Dezember installiert gewesen, nicht drei Monate, wie behauptet. Torres betonte außerdem die sicherheitspolitische Wirkung: Auf dem als unfallträchtig geltenden Abschnitt habe es in diesem Zeitraum keinen einzigen Verkehrsvorfall gegeben. Auch wirtschaftlich sei kein Schaden entstanden, da die Schilder wiederverwendbar seien. Mit Blick auf die mediale Aufmerksamkeit erklärte er ironisch: „Mit den 29‑km/h‑Schildern haben wir auf die Cala de Bou aufmerksam gemacht.“












