
Nach langer Wartezeit und aufwendiger Bürokratie beginnen in Sant Carles die Arbeiten zur Fußgängerzone im Dorfzentrum. Wie die Tageszeitung Diario de Ibiza berichtet, erfüllt sich damit eine alte Forderung der Anwohner, die sich seit Jahren für weniger Autoverkehr rund um Kirche und Friedhof einsetzen.
Der Unternehmer Miguel Torres, Besitzer des Restaurants Peralta und Nachfahre einer der ältesten Familien des Dorfes, zeigt sich optimistisch: „Es wird fast ein Jahr voller Staub und Lärm, aber am Ende wird das Dorf schöner und lebendiger.“
Auch viele Nachbarn begrüßen die Umgestaltung, die das gesellschaftliche und wirtschaftliche Leben in Sant Carles stärken soll. Einige sehen kurzfristige Unannehmlichkeiten, glauben aber an langfristige Vorteile. Andere äußern Bedenken wegen des Wegfalls von Parkplätzen, so etwa Ilaria Diani von der Pizzeria Enfarinarte, die befürchtet, dass weniger Kundschaft kommt, wenn es zu wenig Parkmöglichkeiten gibt.
Demgegenüber betont Paula Marí Guasch, dass Sant Carles dem Beispiel von Santa Gertrudis folgen sollte: „Dort hat die Fußgängerzone das Dorf positiv verändert – mehr Leben, mehr Gäste, weniger Verkehr.“
Laut dem Rathaus von Santa Eulària wird derzeit an neuen Parkzonen gearbeitet, um die Verluste auszugleichen. Zudem soll die Beschilderung verbessert werden, um Besucher besser zu leiten.
Das Projekt wurde für 5,5 Millionen Euro an die Firma Hermanos Parrot vergeben, rund 35 Prozent unter dem ursprünglichen Budget. Die Arbeiten dauern elf Monate und sehen die Erneuerung aller Infrastrukturen vor, darunter Flächen für traditionelle Tänze, Musikaufführungen sowie Schatten- und Ruhebereiche. Das Konzept stammt vom renommierten Estudio Blakstad und soll die Authentizität des Dorfes bewahren und gleichzeitig seine Attraktivität steigern.











