
Das Oberste Gericht der Balearen hat die geplante Einschläferung des Hundes vorläufig gestoppt, der im Dezember 2025 gemeinsam mit einer Familie aus Algerien per Boot an der Küste von Santa Eulària angekommen war. Der junge Mischling bleibt damit weiterhin unter Quarantäne und tierärztlicher Beobachtung in den Einrichtungen von Natura Parc auf Mallorca, wo er laut Gericht in gutem Gesundheitszustand untergebracht ist. Wie die Tageszeitung Periódico de Ibiza y Formentera berichtet, hatte die Gesundheitsbehörde der Balearen wenige Tage nach der Ankunft des Tieres dessen Tötung angeordnet. Begründet wurde dies damit, dass Algerien als Land gilt, in dem Tollwut endemisch vorkommt. Die Gemeinde Santa Eulària widersprach dieser Entscheidung jedoch und leitete juristische Schritte ein. Nach Angaben des Rathauses handelte es sich bei dem Tier um einen etwa drei Monate alten Pudel-Mischling, der weder sichtbare Bissverletzungen noch Symptome einer Tollwutinfektion gezeigt habe. Die Gemeinde argumentierte deshalb, dass zunächst mildere Maßnahmen wie eine längere Isolation oder eine Rückführung geprüft werden müssten. Außerdem verwies sie darauf, dass ähnliche Verfahren auch in anderen spanischen Regionen angewendet würden.
Der Hund war nach seiner Ankunft zunächst auf Ibiza untergebracht worden, bevor er im Januar 2026 nach Mallorca verlegt wurde. Dort stehen laut Gemeinde bessere Möglichkeiten für die notwendige Isolation und veterinärmedizinische Kontrolle zur Verfügung. Ein erster Einspruch gegen die Tötungsanordnung war im März noch abgelehnt worden, woraufhin Santa Eulària erneut vor Gericht zog. Die Richter kamen nun zu dem Schluss, dass sich der Schutz der öffentlichen Gesundheit und das Wohl des Tieres derzeit miteinander vereinbaren lassen. Da der Hund vollständig isoliert sei und dauerhaft überwacht werde, bestehe aktuell kein Risiko für die Bevölkerung. Eine sofortige Tötung könne dagegen einen irreversiblen Schaden verursachen, falls die Gemeinde mit ihrer Klage später Recht bekomme. Das Rathaus von Santa Eulària stellte zudem klar, dass mehrfach falsche Informationen verbreitet worden seien, wonach die Gemeinde selbst die Einschläferung gefordert habe. Tatsächlich habe das Rathaus von Beginn an versucht, den Hund zu schützen und eine Lösung mit allen rechtlichen und gesundheitlichen Garantien zu erreichen.















