
Das Rathaus von Sant Josep erklärte gestern, dass die im Tierheim Centro de Protección de Animales Domésticos (CEPAD) von Ibiza aufgenommenen Katzen meist verletzt oder krank seien und viele von ihnen bereits wenige Stunden nach der Einlieferung verenden. Die Tiere würden ausschließlich nach Hinweisen von Bürgerinnen und Bürgern eingefangen. Mit dieser Stellungnahme reagierte die Gemeinde auf die Kritik der Tierschutzpartei PACMA, die laut der Tageszeitung Periódico de Ibiza y Formentera eine Sterblichkeitsrate von über 80 Prozent bei Katzen in dieser Einrichtung beklagt hatte.
Nach Angaben der Gemeinde seien die hohe Zahl an Todesfällen auf Verletzungen und Krankheiten zurückzuführen, die viele der Tiere mitbringen. Auf Ibiza seien bestimmte Krankheiten weit verbreitet, die für Katzen tödlich enden könnten. Zudem sei das CEPAD mehrfach von SEPRONA und von der Inselregierung überprüft worden, die für den Tierschutz auf der Insel verantwortlich sind – stets mit positiven Ergebnissen.
Das Rathaus betonte, man sei mit der Arbeit des CEPAD zufrieden: Im Jahr 2024 seien dort rund 900 Tiere aufgenommen worden, von denen fast 700 adoptiert oder an ihre Besitzer zurückgegeben wurden. Aktuell beherberge das Zentrum etwa 15 Hunde, 40 Katzen sowie andere Tiere wie Schafe und Hühner.
PACMA wiederum verwies auf Zahlen der Gemeinde selbst: Von 146 Katzen, die zwischen Januar 2023 und Juni 2024 eingeliefert wurden, seien 118 verstorben, was einer Sterblichkeit von 80,8 Prozent entspricht. Nach Ansicht der Tierschützer könnten diese Todesfälle auch mit der Gefangenschaft der Streunerkatzen zusammenhängen, die sich in der Einrichtung nicht anpassen würden. Kritisiert wurde außerdem, dass es in Sant Josep kein Programm zur Kastration und Rückführung von Straßenkatzen gebe, obwohl dies laut dem Tierschutzgesetz 7/2023 vorgeschrieben sei.
Zudem bemängelte PACMA die Rolle des zuständigen Tierarztes, der als „Gegner“ der Streunerkatzen beschrieben wurde. Seine „veralteten Kriterien“ erschwerten laut der Organisation auch die Registrierung von Katzenkolonien im benachbarten Sant Antoni de Portmany.










