
Sant Antoni ist bekannt für seine Sonnenuntergänge – doch der Ort taucht online auch in einem anderen Zusammenhang auf. Die Plattform „Blablafuck“ funktioniert wie eine Art alternatives Tripadvisor-System und sammelt Bewertungen zu angeblich diskreten Plätzen für heimliche Begegnungen. Nutzer vergeben Sterne für Kriterien wie Privatsphäre, Aussicht und Parkmöglichkeiten. Besonders häufig genannt wird ein Bereich beim Leuchtturm von ses Coves Blanques. Ein Nutzer beschreibt dort einen „versteckten Ort hinter einer Steinmauer“ im Hafenbereich, der durch das Licht des Leuchtturms eine „romantische und sexy“ Atmosphäre erhalte. Das wechselnde Licht, das Meeresrauschen und die Kulisse würden laut Kommentar fast wie eine Filmszene wirken.
Auch Cap Negre wird in den Bewertungen als „perfekter Ort“ hervorgehoben – allerdings mit dem Hinweis, dass maximal ein oder zwei Autos Platz hätten. Gerade diese Begrenzung scheint den Reiz auszumachen: Wer dort einen freien Platz findet, habe eine Art „natürliches Privatreservat“. In einer Rezension wird sogar betont, dass der Sonnenuntergang dort beeindruckender sei als an den bekannteren Hotspots in ses Variades. Weniger begeistert fallen die Kommentare zum Aussichtspunkt an der Entsalzungsanlage aus. Die Bewertung liegt bei lediglich zwei von fünf Punkten, was vermutlich mit dem felsigen Untergrund zusammenhängt. Im Gebiet von es Cap Blanc sprechen Nutzer dagegen von „strategischen Büschen“ und einem eher abenteuerlichen Charakter. Dort wird auch der Begriff Cruising erwähnt – offenbar spielt die Vegetation eine wichtige Rolle für Diskretion und spontane Begegnungen.
Auch Parkplätze werden in den Bewertungen aufgeführt, etwa im Umfeld von Ses Païsses oder entlang der Straße zwischen Ibiza-Stadt und Sant Antoni. Mehrere Nutzer loben diese Orte als ruhig und wenig frequentiert. Eine Bewertung auf Katalanisch hebt die Abgeschiedenheit hervor, andere formulieren deutlich direkter. So entsteht laut der Tageszeitung Diario de Ibiza eine Art „zweite Landkarte“ von Sant Antoni – eine, die in keinem Reiseführer auftaucht. Während manche Besucher auf der Insel den perfekten Fotospot suchen, scheinen andere ganz andere Ziele zu verfolgen.












