
Der Rauch der verheerenden Waldbrände auf der Iberischen Halbinsel hat am Sonntag auch Ibiza erreicht. Dadurch zeigte sich der Himmel über der Insel in einem auffällig blassen Weißton. Bestätigt wurde dies von der balearischen Delegation des staatlichen spanischen Wetterdienstes Aemet, wie die Tageszeitung Periódico de Ibiza y Formentera berichtet.
Spanien erlebt derzeit eine der schwersten Brandwellen seiner Geschichte: Mehr als 115.000 Hektar sind bereits innerhalb weniger Tage verbrannt. Zwar sind die Balearen selbst bislang von größeren Feuern verschont geblieben, dennoch gilt im gesamten Archipel die höchste Alarmstufe 4 wegen akuter Waldbrandgefahr.
Am Wochenende nahm Spanien internationale Hilfe an: Unter anderem unterstützen die Niederlande, Deutschland, Frankreich, Italien und die Slowakei die Bekämpfung der derzeit 19 aktiven Großbrände. Die Unidad Militar de Emergencias (UME), die militärische Notfalleinheit, hat ihre gesamten Kräfte mobilisiert, zusätzlich beteiligen sich Einheiten aller drei Waffengattungen an den Löscharbeiten.
Auch das Staatsoberhaupt König Felipe VI. und Ministerpräsident Pedro Sánchez unterbrachen ihre Ferien, um sich persönlich ein Bild von der Lage zu machen. Sánchez forderte ein nationales Abkommen gegen Waldbrände, nachdem er in den vergangenen Tagen Kritik erhalten hatte, nicht früher vor Ort gewesen zu sein.
Der Experte für öffentliche Gesundheit Joan Carles March warnt, dass der Rauch eine komplexe Mischung toxischer Substanzen enthält – darunter Feinstaub, Kohlenmonoxid, Stickstoffdioxid und organische Verbindungen. Diese Partikel seien so klein, dass sie tief in die Lunge und sogar in den Blutkreislauf eindringen können. Dies könne zu Atemwegs- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen führen.
Besonders gefährdet seien Kinder, ältere Menschen, Personen mit bestehenden Atemwegs- oder Herzkrankheiten sowie Schwangere. Neben Atemnot könnten auch Augen- und Rachenreizungen, Husten und ein erhöhtes Risiko für Herzinfarkte oder Schlaganfälle auftreten.
Ob die Belastung auf den Balearen schwerwiegende Folgen haben wird, hängt nach Angaben des Experten von der Dauer und Intensität der Rauchkonzentration in der Luft ab, so die Tageszeitung.
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