
Seit dem 28. August testet die Gemeinde Santa Eulària im Zentrum von Jesús eine neue Verkehrsführung: Rund 100 Meter der Hauptstraße EI-100A auf Höhe der Abzweigung nach Talamanca wurden für den Autoverkehr gesperrt und zur Fußgängerzone erklärt. Die dadurch notwendigen Umleitungen sorgen nun für Proteste in angrenzenden Wohnstraßen. Besonders betroffen ist die Carrer de l’Estruç gegenüber dem Kulturzentrum, die bislang eine ruhige Wohnstraße mit wenig Verkehr war. Wie die Tageszeitung Diario de Ibiza berichtet, beklagen die Anwohner seit Beginn des Pilotprojekts deutlich mehr Verkehrslärm. Durch die Sperrung nutzen zahlreiche Autofahrer die Strasse als Ausweichroute, unter anderem auf dem Weg in Richtung Cala Llonga und Cap Martinet. Anwohnerin Mila Cabot erklärt, die Belastung sei inzwischen so groß, dass die Bewohner nachts kaum noch schlafen könnten. Gleichzeitig habe sich durch das erhöhte Verkehrsaufkommen die Situation für Fußgänger verschlechtert. Die Anwohner kritisieren außerdem, dass das Projekt ohne ausreichende Vorabinformation und ausgerechnet zum Beginn der Dorffeste gestartet worden sei. Sie fordern deshalb eine schnelle Verkehrslösung und mehr Sicherheit für Fußgänger. Grundsätzlich sprechen sich die protestierenden Bewohner nicht gegen eine Fußgängerzone in Jesús aus. Im Gegenteil: Sie befürworten ein stärker autofreies Ortszentrum, verlangen jedoch, dass eine solche Umgestaltung auf entsprechenden Verkehrsstudien basiert und auch die Auswirkungen auf die umliegenden Straßen berücksichtigt. Ihrer Ansicht nach dürfe die Verkehrsberuhigung der Hauptstraße nicht dazu führen, dass die Probleme lediglich in benachbarte Wohnstraßen verlagert werden. An mehreren Häusern hängen inzwischen Protestplakate, weitere Aktionen schließen die Bewohner nicht aus. Die Gemeinde will zunächst die Ergebnisse des Pilotprojekts auswerten.











