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Fischereiwesen

Protest gegen EU-Vorschlag: Balearische Fischer streiken

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Ein Schild, das während des gestrigen Protests in Madrid an einem Baum befestigt war Quelle: Diario de Ibiza

„Wenn wir nicht Garnelen aus Argentinien und Tintenfisch aus Marokko essen wollen, müssen wir Europa stoppen“, erklärte Pedro Mercant, Präsident der Organisation der Fisch- und Meeresfrüchteproduzenten von Mallorca (OP Mallorcamar), während einer Pressekonferenz. Grund für diese drastischen Worte, so die Tageszeitung Diario de Ibiza,  ist der Vorschlag der Europäischen Kommission, die Fangtage der Schleppnetzfischer im Mittelmeer um 79 % zu reduzieren. Mercant warnte: „Diese Maßnahme würde einen Dominoeffekt auslösen und das Ende der Fischerei auf den Balearen bedeuten.“

Die Fischer der Balearen haben sich dem landesweiten Streik am 9. und 10. Dezember angeschlossen, um gegen diesen Vorschlag des EU-Fischereikommissars Costas Kadis zu protestieren. Domingo Bonnín, Präsident der Fischerverbände der Balearen, sagte: „Wir wollen Weihnachten nicht ruinieren, aber wir hatten dieses Jahr mit Glück 140 Fangtage. Jetzt wollen sie uns auf 27 Tage beschränken. Wie soll das machbar sein?“ Er betonte die kulturelle und ernährungsphysiologische Bedeutung der Fischerei: „Fischerei ist mehr als nur aufs Meer hinauszufahren. Es ist Tradition, Nahrung und die mediterrane Ernährung.“

Auf den Balearen gibt es derzeit 31 Schleppnetzfischerboote. „Wir sind sehr wenige, daher ist es einfach, uns ins Visier zu nehmen,“ erklärte Mercant. Gleichzeitig unterstrich er die Bedeutung der Eigenproduktion: „Wir fangen 15 % des Fischs, der auf den Inseln verkauft wird. Wir müssen in der Lage sein, unsere eigenen Lebensmittel zu produzieren.“

Unterstützt wurden die Fischer bei der Pressekonferenz von der balearischen Regierungsrätin für Präsidialangelegenheiten, Antònia Maria Estarellas, sowie Vertretern von Gewerkschaften und Unternehmerverbänden. Eine gemeinsame Stellungnahme des spanischen Fischereisektors wurde verlesen: „Wir appellieren an Sie mit einer Mischung aus Dringlichkeit und Verzweiflung. Dieser Plan muss gestoppt werden, denn er würde das Ende eines unschätzbaren kulturellen, sozialen und wirtschaftlichen Erbes bedeuten: die Schleppnetzfischerei im Mittelmeer.“

Die Stellungnahme unterstrich die Bedeutung der Fischerei als Lebensgrundlage für Tausende von Familien und Gemeinschaften: „Von Helden in der Pandemie zu Schurken für die Generaldirektion für maritime Angelegenheiten und Fischerei Europas – lassen Sie uns nicht verschwinden.“

Auch politische Vertreter wie die balearische Regierungspräsidentin Marga Prohens äußerten ihre Unterstützung für die Proteste der Fischer. In einem Social-Media-Beitrag erklärte sie: „Wir können einen Vorschlag, der unser Fischereiwesen zerstören würde, nicht akzeptieren.“ Der balearische Landwirtschafts-, Fischerei- und Umweltminister Joan Simonet hat bereits eine Stellungnahme an den EU-Kommissar Costas Kadis geschickt und den Widerstand in Brüssel vorgebracht. Laut Estarellas wird die Regierung alles daransetzen, diese geplante Reduzierung der Arbeitstage zu verhindern, da sie das „Ende des Sektors“ bedeuten würde.

Bisher haben sich sechs Länder – Spanien, Frankreich, Italien, Portugal, Kroatien und Malta – gegen den Vorschlag ausgesprochen. Die Fischer hoffen, dass diese Positionen auch in den kommenden Verhandlungen bestehen bleiben.

 

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