
In Formentera werde das Gesetz zum universellen Postdienst nicht erfüllt. Das kritisiert der spanische Gewerkschaftsbund CCOO laut der Tageszeitung Diario de Ibiza. Hintergrund ist der eingeschränkte Öffnungszeitraum der einzigen Postfiliale auf der Insel, die weiterhin ausschließlich vormittags geöffnet ist, nämlich von Montag bis Freitag zwischen 8.30 und 14.30 Uhr. Juan Galán, Gewerkschaftsdelegierter von CCOO bei Correos in Ibiza und Formentera, wirft dem staatlichen Unternehmen vor, aus Personalmangel gesetzliche Vorgaben zu missachten. Der universelle Postdienst verpflichte Correos dazu, einen öffentlichen Service zu garantieren. Auch berufstätige Bürgerinnen und Bürger hätten ein Recht, ihre Postangelegenheiten am Nachmittag erledigen zu können. Galán verweist unter anderem auf amtliche Zustellungen. Wer bei einer Bußgeldbenachrichtigung nicht zu Hause sei, müsse die Möglichkeit haben, diese zeitnah bei der Poststelle abzuholen, um gegebenenfalls rechtlich reagieren zu können. In Formentera sei dies aufgrund der frühen Schließung jedoch nicht möglich.
Eine Nutzerin, die anonym bleiben möchte, berichtet von langen Wartezeiten und fehlendem Personal. Teilweise müsse man mehr als 30 Minuten anstehen, um ein Paket abzuholen. Bei aufwendigeren Vorgängen verlängere sich die Wartezeit deutlich. Die Unzufriedenheit unter den Kundinnen und Kunden sei groß.
Correos hat nach eigenen Angaben bereits mehrfach eingeräumt, dass es auf den Pityusen Schwierigkeiten bei der Personalgewinnung gibt. Zum eingeschränkten Öffnungszeitraum erklärt das Unternehmen, dieser richte sich nach dem tatsächlichen Aufkommen und den festgestellten Bedürfnissen der Bevölkerung. Dem widersprechen Betroffene. Viele Einwohnerinnen und Einwohner müssten ihre Briefe persönlich abholen oder für ein Postfach bezahlen, das nur während der Öffnungszeiten zugänglich sei. Wer vormittags arbeite, müsse sich freinehmen – oder habe keine Möglichkeit, seine Post zu erledigen. Hinzu komme, so Galán, dass nachmittags nur ein Zusteller im Einsatz sei, obwohl zwei erforderlich wären. Bei Krankheit oder Urlaub werde der Dienst nicht ersetzt. Das Unternehmen betont hingegen, man sei verpflichtet, Personal und Ressourcen effizient einzusetzen. Für die Weihnachtszeit würden organisatorische und personelle Maßnahmen ergriffen, um den Service sicherzustellen. Die Erreichbarkeit des Postnetzes sei gewährleistet, und die Vorgaben des Plans zum universellen Postdienst würden eingehalten.














