
Der Verband der Pflegefachkräfte (USAE) hat angekündigt, dass es zu einem Streik kommen könnte, wenn sich die Arbeits- und Gehaltsbedingungen im Bereich der Abhängigkeitsbetreuung nicht sofort verbessern. Betroffen wären die Einrichtungen der Fundación de Atención y Apoyo a la Dependencia, die der balearischen Regierung untersteht.
Nach Angaben der Gewerkschaft haben 2024 insgesamt 210 Fachkräfte ihre Stellen auf den Balearen aufgegeben – im Schnitt 17 pro Monat. 2025 hat sich die Situation dramatisch verschärft: Allein bis Ende Juni gab es bereits 173 Kündigungen, durchschnittlich 29 im Monat. Besonders betroffen sind die technischen Pflegekräfte.
Agustín Peña, Delegierter der USAE und Vorsitzender des Betriebsrats im Heim Can Raspalls, kritisiert, dass die Bezahlung in keinem Verhältnis zur hohen Belastung stehe. Auch der seit Mitte 2024 eingeführte Zuschlag für schwer zu besetzende Stellen habe nichts an der Abwanderung geändert. „Die Belegschaft ist am Limit“, so Peña. Sogar bei den letzten Prüfungen blieben 20 Prozent der ausgeschriebenen Stellen unbesetzt.
Die Folge ist eine massive Überlastung des Personals, die sich negativ auf die Qualität der Betreuung und auf die Gesundheit der Beschäftigten auswirke. Viele seien körperlich und psychisch erschöpft, könnten keine Überstunden übernehmen und hätten kaum Zugang zu Fortbildungen, da sie zur Abdeckung der Dienste benötigt werden.
Laut der Tageszeitung Diario de Ibiza ist die Lage auf der Insel besonders angespannt: In allen drei Residenzen fehlt es seit Monaten selbst an Hausmeistern, und externe Firmen wurden bislang nicht beauftragt. Peña kritisiert: „Man lässt einen zentralen Dienst in einer immer älter werdenden Gesellschaft schlicht im Stich.“
Am 29. September wollen die Gewerkschaften in einer Versammlung entscheiden, ob sie tatsächlich zum Streik aufrufen. Die Entscheidung hängt davon ab, ob die balearische Regierung bis dahin konkrete Verbesserungen vorlegt, um die Personalflucht zu stoppen.












